Für einen guten Start in den Tag

Demnächst frühstücken die Kinder aller katholischen Kitas gemeinsam.
Demnächst frühstücken die Kinder aller katholischen Kitas gemeinsam.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Wesel bringt ein Frühstücksprojekt in ihren zehn Kindertageseinrichtungen auf den Weg.

Wesel..  Es ist eine Szene, die die Mitarbeiter der zehn Kindertageseinrichtungen der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus immer wieder erleben: „Gerade montags kommt es vor, dass Mädchen oder Jungen mit knurrendem Magen in die Einrichtung kommen und sich erst einmal richtig den Bauch vollschlagen“, sagt Dennis Epping von der Verbundleitung. „Zu Hause ist in manchen Familien einfach nicht genug Geld für ausreichendes Essen da. Nach dem Wochenende haben die Kleinen dann richtig Hunger.“ Etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder in Wesel leben in Armut oder sind von Armut bedroht, weiß Epping. Und das hat oft eine schlechte Ernährung zur Folge. Um allen Kindern in ihren Einrichtungen einen leckeren, gesättigten und auch noch gesunden Start in den Tag zu ermöglichen, bringt die Gemeinde St. Nikolaus nun ein Projekt auf den Weg.

„Schmierst Du mir meine Stulle?“ ist die Initiative überschrieben, bei der die Gemeinde vor allem auf die Unterstützung von Unternehmen, Gruppen oder Privatpersonen zählt. „Wir möchten eben nicht die Eltern mit den Kosten belasten“, erklärt Pfarrer Stefan Sühling. Rund 600 Kinder besuchen die zehn katholischen Einrichtungen, die im gesamten rechtsrheinischen Stadtgebiet verteilt sind. Um ihnen allen täglich ein gesundes Frühstück zu bieten, seien voraussichtlich 5000 bis 6000 Euro monatlich nötig, rechnet Sühling.

Wer dazu beitragen möchte, diese Summe regelmäßig zusammenzubekommen, kann beispielsweise eine Frühstückspatenschaft übernehmen und monatlich 15 Euro spenden. Auch einmalige Zuschüsse sind möglich, ebenso wie die Stiftung von Waren oder Produkten.

Tatkräftige Hilfe ist ebenfalls willkommen, denn natürlich müssen die Frühstücksutensilien nicht nur eingekauft und in die Einrichtungen gebracht, sondern dort auch zubereitet und anschließend wieder weggeräumt werden.

Früh ansetzen

Jede Menge Arbeit also, die sich aber lohnt, wie Dennis Epping überzeugt ist. „Eine aktuelle Bertelsmann-Studie macht deutlich, dass Kinder aus armen Familien oft schon bei der Schuleingangsuntersuchung Entwicklungsdefizite ausweisen“, weiß er. Es sei deshalb „absolut logisch“, möglichst früh anzusetzen, um diesen Mädchen und Jungen ein Leben mit gleichen Chancen zu bieten, ergänzt Angelika Tepaße, ebenfalls von der Verbundleitung.

Noch steckt das Frühstücksprojekt in den Kinderschuhen, die Gemeinde St. Nikolaus ist derzeit auf der Suche nach Sponsoren und Unterstützern. Für die Frühstückspatenschaften gebe es bereits erste Interessenten, freut sich Dennis Epping. Und auch Unternehmer, die regelmäßig spenden möchte, haben die Initiatoren bereits gefunden. Eine von ihnen ist Dolmetscherin Andrea Rölfs, deren Tochter derzeit gerade selbst die katholische Kita am Fusternberg besucht. Sie unterstützt das Projekt aber als Unternehmerin und nicht als Mutter, wie sie betont.