Für ein lebenswertes Schepersfeld

Am kaum zu sehenden 30er-Schild (von links): Willi Heinrich, Neithard Kuhrke, Hans-Jochem Beck, Wolfgang Lingk und Hermann-Josef Walter
Am kaum zu sehenden 30er-Schild (von links): Willi Heinrich, Neithard Kuhrke, Hans-Jochem Beck, Wolfgang Lingk und Hermann-Josef Walter
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Erstmals seit zwei Jahren boten die Aktivisten des Stadteilprojekts wieder einen Rundgang durch das Viertel an. Sie äußerten Kritik und Wünsche, lobten aber auch.

Wesel..  „Wir meckern ja nicht nur“, erklärte Neithard Kuhrke fast am Ende des rund einstündigen Rundgangs durch den Stadtteil Scherpersfeld. Als Projektmoderator kümmert er sich seit acht Jahren darum, dass das Viertel lebenswert bleibt und sich die Wohnqualität weiter verbessert.

„Wir wollen die Lebensbedingungen so organisieren, dass sie für die Bürger angenehm sind“, ergänzte der 73-Jährige, der sich dafür einsetzt, dass die Zahl von knapp 5000 Einwohnern steigt. „Wir freuen uns über jeden, der nach Schepersfeld zieht. Am liebsten wären uns natürlich Familien mit vielen Kindern.“

Damit der Nachwuchs sich hier wohlfühlt, haben die Aktivisten unter anderem die Spielplätze unter die Lupe genommen. Während der Spielplatz an der Gelißstraße gelobt wurde, gab es Kritik für die Anlage an der Tiergartenstraße.

„Das ist der Gipfel der Einfallslosigkeit“, schimpfte Aktivist Hans-Jochem Beck. „Ich bin grade im Opa-Alter und weiß, was bei den Kleinen angesagt ist“, ergänzte der 63-Jährige, der sich vor allem eine Schaukel an dieser Stelle wünscht. Heinz-Georg Oberender, der beim ASG für Grünflächenneubau und Baumschutz verantwortlich ist, zückte sofort seinen Notizblock und nahm diese Anregung auf.

Wenige hundert Meter entfernt hat die Ecke Andreas-Vesalius-Straße/Kraftstraße schon seit Jahren für Diskussionen gesorgt, weil Gelenkbusse hier kaum um die Kurve kommen. Jetzt ist aber eine Lösung in Sicht: Die Linien 85 und 86 könnten an die Brüner Landstraße verlegt werden. „Die Niag hat eingesehen, dass dies die bessere Lösung ist. Um die Sicherheit an den Haltestellen zu gewährleisten, muss natürlich Geld in die Hand genommen werden“, konkretisierte CDU-Ratsherr Wolfgang Lingk bei dem Ortstermin.

Lobende Worte von Neithard Kuhrke gab’s an der selben Stelle für die geplante Schaffung von 22 Wohnungen, wo heute noch Altbauten mit zwölf Wohnungen stehen. Doch einige Aspekte müssten noch geklärt werden. „Wie hoch werden die neuen Häuser und wo sollen die Leute parken?“, fragte der Projektmoderator.

An der Hartstraße verwies Kuhrke auf „mehrere abgeholzte Bäume“ und trug den Wunsch von Ersatzpflanzungen vor. Heinz-Georg Oberender versprach, auch dies zu prüfen, erwähnte aber bereits, dass durch Gas- und Wasserleitungen mögliche Standorte für Bäume hier vermutlich stark einschränkt sind.