Für ein lebenswertes Blumenkamp

An der Hamminkelner Landstraße sind die meisten Geschäftslokale zu finden. Einen Supermarkt gibt es hier aber schon lange nicht mehr.
An der Hamminkelner Landstraße sind die meisten Geschäftslokale zu finden. Einen Supermarkt gibt es hier aber schon lange nicht mehr.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem Konzept des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe soll für das Quartier die passende Lösung entwickelt werden - gewissermaßen als Pilotprojekt für Wesel.

Wesel..  Der Supermarkt hat schon lange zu, und die Bank ist ebenfalls nicht mehr da. Es lohnte sich offenbar nicht, für die knapp 2900 Blumenkamper ein solches Angebot vorzuhalten. Dafür gibt es Bäcker, Ärzte, eine Apotheke, ein Reisebüro und noch einiges andere mehr vor Ort.

Doch die Menschen werden immer älter - von 2005 bis 2010 ist in Wesel die Zahl der über 80-Jährigen um rund 20 Prozent angestiegen. Allein in einem Quartier ohne Grundversorgung haben sie oftmals schlechte Chancen. Das möchten der Seniorenbeirat, das Mehrgenerationenhaus, Blumenkamper Vereine, die Kirche, die Schule und die Kita dort ändern. Sie alle haben sich zusammengeschlossen, um ihr Quartier zu entwickeln. Vorbild ist das Konzept des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe.

Am Anfang steht die Analyse samt Sammlung aller Daten und Befragung (siehe Box). Danach geht es an die Festlegung von Zielen, wie soziale Infrastruktur und generationengerechtes Wohnen. So möchten Gertrud Liman (Seniorenbeirat), Anne Oberdorfer (Mehrgenerationenhaus) sowie Dietgard Ott, Herbert Ackermann und Manfred Krüger aus Blumenkamp auch vorgehen. Unterstützt werden sie dabei von Fee Kösters, die über drei Jahre 20 Stunden in der Woche die Büroarbeiten und Auswertungen für die Aktiven erledigen wird. Die Fördermittel dafür stammen von der Diözese Münster. So wird den Blumenkampern der Kopf frei gehalten für die Entwicklung des Konzepts. Denn zunächst muss die Frage geklärt werden, was die unterschiedlichen Generationen überhaupt von ihrem Ortsteil erwarten. Ist vielleicht ein Bürgerbus nötig? Oder sollten Fahrgemeinschaften gebildet werden? Auf solche und viele andere Fragen erhoffen sich die Initiatoren Antworten. Auf dem Fragebogen können sie sich dazu äußern und Noten geben. Zahlreiche Stichpunkte laden dazu ein. Neben der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geht es natürlich um die medizinische Versorgung, aber auch um Treffpunkte, um Freizeitangebote, Sicherheit und Sauberkeit. Bis zum 15. September sollen die Antworten alle da sein: entweder bei Schreibwaren Ott, Hamminkelner Landstraße 114 A, in der Grundschule Blumenkamp, Feuerdornstraße 22, oder im Mehrgenerationenhaus, Am Birkenfeld 14. Einen weiteren Zeitplan gibt es bislang nicht. Denn man möchte sich nicht treiben lassen und alles in Ruhe besprechen.

Blumenkamp soll gewissermaßen ein Pilotprojekt für die Kreisstadt werden, nachdem es ein ähnliches bereits im Zitadellenviertel in der Innenstadt und im Schepersfeld gibt.