„Für das Wetter kann die Bahn nichts“

Wesel..  Unfreiwillig lernte Olaf Posselt gestern Wesel kennen. Der 49-jährige Deutsche, der in Amsterdam lebt, war mit dem ICE unterwegs nach Karlsruhe, um dort ein Auto zu kaufen und abzuholen. In Emmerich war für seinen Schnellzug vorläufig Endstation. Auf Anraten von Bahn-Mitarbeitern dort versuchten er und viele andere, mit dem Regionalzug nach Duisburg zu gelangen und dort Anschluss zu bekommen. Nach dem Entschluss der Bahn, den Nahverkehr komplett einzustellen, ging es dann aber statt bis nach Duisburg nur bis nach Wesel.

Olaf Posselt nahm’s gelassen. „Für das Wetter kann die Bahn nichts“, sagte er. „Meinem Dach wäre ich ja auch nicht böse, wenn der Sturm es abdeckt. So ist das halt.“ Den Autokauf musste der 49-Jährige dennoch auf einen anderen Tag verschieben. „Wer weiß, wann ich in Karlsruhe wäre, nachts arbeitet ja da niemand mehr“, sagte er. „Wenn die Züge wieder rollen, fahre ich zurück nach Hause.“

Joop Klomp saß ebenfalls im ICE aus Amsterdam. Der 79-Jährige wollte nach Mannheim, um Bekannte zu besuchen. „Ich habe direkt nach Bussen geschaut, aber die bringen mich ja auch nicht viel weiter“, bemerkte er. „Da bleibt nur Warten.“ Das Schlimmste, so der Niederländer, sei, „dass es hier gar keine Toilette gibt. Was ist das denn? Ich bin zur Tankstelle gegenüber gegangen.“

Sturm hin oder her, die Bahn hätte die Zugausfälle besser organisieren können, kritisierte Jannik Schamell (16) aus Heelden, der Verwandte in Bad Pyrmont besuchen wollte. „Ich saß in Empel-Rees schon zwei Stunden fest. Dann hieß es, wir sollten bis Duisburg fahren und jetzt geht es hier nicht weiter. Da hört mein Verständnis auf.“