Frühlingserwachen der Junggärtner

Prüfer Arnd Lohmeier sowie Tobias Kurzel, Meike Veit, Pia Küppers und Prüferin Sabine Brink (von links).
Prüfer Arnd Lohmeier sowie Tobias Kurzel, Meike Veit, Pia Küppers und Prüferin Sabine Brink (von links).
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
51 Azubis und frisch ausgelernte Produktions- wie Landschaftsgärtner mussten Kreativität beweisen.

Wesel..  Wer ist der beste Nachwuchsgärtner? Um diese Frage zu klären, gibt es den Berufswettbewerb für junge Gärtner, der alle zwei Jahre bundesweit stattfindet. In der ersten Runde, auf Regionalebene maßen sich 51 Gärtner-Azubis und frisch ausgelernte im Weseler Berufskolleg, darunter gleichermaßen Produktions- wie Landschaftsgärtner.

An zehn Stationen warteten unterschiedlichste Aufgaben aus den verschiedenen Spezialgebieten auf die Dreier-Teams. Bewertet wurden sie in zwei Gruppen: Gruppe A für die ersten beiden Lehrjahre, Gruppe B für Lehrlinge im dritten Jahr und Ausgelernte. Die beiden Gewinnerteams dürfen im Juni an der nächsten Runde, beim Landesentscheid, teilnehmen.

Nicht nur Fachwissen ist bei diesem Wettbewerb gefordert. Bei der Aufgabe zum Thema „Frühlingserwachen“ war die Kreativität der Nachwuchsgärtner gefragt: Eine Frühlingsschale mit typischen Frühlingsblumen und passender Dekoration galt es zusammenzustellen und dazu einen Vierzeiler zu dichten. Dabei war das geeignete Material zu verwenden und ordentlich zu verarbeiten. Auch die allgemeinen Regeln für die Positionierung der Elemente (symmetrisch, hinten hohe Pflanzen, vorne niedrige) waren zu beachten und passende Farbkombinationen zu finden.

Ein kühler Kopf zum Rechnen war bei einer anderen Aufgabe gefragt, bei der die Kandidaten für die Brennstoffe Heizöl, Anthrazitkohle und Holzpellets den jeweiligen Energiegehalt angeben und die entsprechende Menge für zehn Kilowattstunden abmessen sollten. „Es ist viel Rechnerei, und man braucht ein Gefühl für Mengen“, sagte Dr. Stefan Müller, Lehrer für Mathe und Pflanzenverwendung, der diese Aufgabe als eine der schwierigsten einschätzte.

Säfte am Geschmack erkennen

Ebenfalls knifflig die gleich darauf folgende Herausforderung: Am Stand mit Säften sollten die Nachwuchsgärtner allein durch Schmecken Direktsaft, Fruchtnektar, Fruchtschorle und Fruchtsaftgetränk voneinander unterscheiden, wobei nicht stets die gleiche Frucht verwendet worden war.

Handwerkliches Geschick war bei der Aufgabe „Landschaft erhalten, Landschaft gestalten“ gefordert. Ein Naturzaun aus Weide, Hartriegel und Haselnuss sollte stabil geflochten werden. „Das ist etwas typisch Niederrheinisches“, so Bernd Kuropka, Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft am Berufskolleg. Das Flechtwerk wird zum Beispiel zum Erosionsschutz im Uferbereich verwendet.

Neben den praktischen Teilen gab es auch Aufgaben, bei denen Wissen abgefragt wurde. So mussten die lateinischen Namen für verschiedenes Küchengemüse gefunden oder Saatgut diverser Pflanzen erkannt werden.

Auch eine Aufgabe aus dem Bereich Religion war gestellt: Verschiedene Symbole waren den Weltreligionen zuordnen und zu schätzen, wie viele Glaubensangehörige es jeweils gibt. Das war nicht ganz so abwegig, wie manch einer glauben mag: Gartenbau sei nicht aus der Landwirtschaft entstanden, sondern in den Klöstern, erklärt Bernd Kuropka.