Fruchtbare Böden

Kiesindustrie am Niederrhein..  Hässliche Mega-Baggerlöcher gibt es am Niederrhein wie Sand am Meer (Kamp-Lintfort, Moers und Bislich sind nur drei Beispiele). Jüngst appellierte Papst Franziskus: „Macht Euch der Erde untertan” (statt wie bisher, macht Euch die Erde untertan). Heißt das auf die niederrheinischen Kieser übertragen nicht, weniger ist mehr und kleiner ist größer?

„Gold; sprich Kies vom Niederrhein” bewirkt nicht nur Glanz und Gloria. Milch & Honig fließt in niederrheinischen Gefilden stets. Im Vergleich dazu werden die „vergoldeten niederrheinischen Kies-Fließbänder“ in diesem Jahrhundert aus dem Fluss geraten (Materialengpässe). Wenn wir Kies „ernten”, werden wir nur Baggerlöcher, aber keine fruchtbaren Böden „säen”. Schaffen Kies- „Hand-Werke” goldenen Boden? Stets goldene Ähren schafft das agrarische „Handwerk“.

Das Landesumweltamt zog in den 90er Jahren mit der Ausstellung „Der Boden lebt” durch NRW. Plakate dazu wiesen einen mit Boden gefüllten Menschenkopf auf. Sollten wir uns um unsere Erde etwa Gedanken machen? Dieser Appell fiel bis dato auf wenig fruchtbaren niederrheinischen Boden. Denn „bodenlos” ist inzwischen der am Niederrhein in weiten Bereichen fast uferlos angestiegene baggerlöchrige Schweizer Käse. Dieses „Käse-Handwerk” hat nichts mehr mit heimischer Landwirtschaft am Hut.

Verkommt der Niederrhein mancherorts zu einem Fass ohne Boden? Baggerlöcher schlagen sinnbildlich dem Fass den Boden aus; sprich bäuerliche Fruchtböden werden „dank” der Kieser zu furchtbaren Schrumpf-Böden. Ist das bodenständige Politik ? Landwirtschaftliche Rekultivierung wäre hingegen für einen guten Zweck (sie dient allen).

In einem Kieswerk (Lobby-Heft) las ich jüngst, dass Kieser den Strukturwandel „Weg von der niederrheinischen Landwirtschaft“ unterstützen wollen. Warum will man hier auf naturbedingt hochproduktive Böden zur Ernährung verzichten? Boden gut machen könnten die Kieser, wenn sie in spe zumindest auf weitere Mega-Baggerlöcher verzichten (die heute davon schon vorhandenen stellen fast ausschließlich Landschaftsabfall dar). Sie sollten irgend möglich, nachträglich zumindest teilweise wieder agrarisch hergerichtet und/oder renaturiert werden.