Friseurmeisterin Monika Kusche übergibt ihren Salon

Monika Kusche (rechts) übergibt ihren Salon an und Sabine Follmann-Zeltner.Foto:Erwin Pottgiesser
Monika Kusche (rechts) übergibt ihren Salon an und Sabine Follmann-Zeltner.Foto:Erwin Pottgiesser
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Was wir bereits wissen
Am Silvestertag übernimmt Nachfolgerin Sabine Follmann-Zeltner. Die Liebe hat die 46-Jährige von der Mosel nach Hamminkeln verschlagen

Hamminkeln..  50 Jahre im Friseurberuf sind genug. Monika Kusche gibt zum Jahreswechsel ihren Salon Monique in der Diersfordter Straße 14 auf – oder vielmehr ab. Nachfolgerin Sabine Follmann-Zeltner, eine Friseurin, die der Liebe wegen Salon und Wohnort Bernkastel-Kues aufgibt, übernimmt das Geschäft. Und – klar – auch die Angestellten Petra Lindemann, die schon seit 33 Jahren dabei ist, und Melanie Kramer bleiben.

28 Lehrlinge ausgebildet

Monika Kusche macht mit 63 Jahren Schluss. Ihr erstes Enkelkind, ein kleines Mädchen, ist sechs Wochen alt. Da zieht es die frisch gebackene Oma nach Düsseldorf, wo ihr Sohn wohnt. Seit 40 Jahren ist die Friseurmeisterin bereits selbstständig, 28 Lehrlinge hat sie in dieser Zeit ausgebildet – von 1975 bis 2011 in ihrem Weseler Salon an der Hamminkelner Landstraße, seit 2003 in Hamminkeln und zwischenzeitlich, von 1982 bis 84 auch in Borken.

Nach so vielen Jahren voller Arbeit – was macht man mit der plötzlichen Freizeit? „Erstmal gehe ich in Kur“, sagt Monika Kusche. „Ich möchte ein bisschen von meinem Ruhestand genießen.“ So viele Bekannte seien schon gestorben. Und sie beruhigt ihre Stammkunden: Nein, sie müssen sich keine neue Friseurin suchen, Sabine Follmann-Zeltner übernimmt.

Salon wird saniert

Doch erst soll der Salon komplett erneuert werden, außen wie innen. „Ich möchte gern zum 17. Januar eröffnen, aber es ist noch nicht klar, ob das überhaupt klappen kann“, erklärt die 46-Jährige. Es ist viereinhalb Jahr her, dass sie mit Freundinnen abends ausging, obwohl sie im Grunde gar keine Lust dazu hatte. Und diesen Hamminkelner kennenlernte, der mit Freunden ein Wochenende an der Mosel verbrachte. Wie? „Das war ganz klassisch: ‘Darf ich bitten?’“, sagt Ralf Kolbrink und schmunzelt.

Ein Missverständnis

Inzwischen sind er und Sabine Follmann-Zeltner ein Paar. Sie gab ihren eigenen Salon auf. Und er fand für sie quasi einen neuen – ein wenig kurios war das schon.

Als Monika Kusche ihren Weseler Salon verkaufte, war die Anzeige bei der Handwerkskammer veröffentlicht. Und es fand sich hin und wieder jemand, der auch in Hamminkeln anfragte, ein Missverständnis im Grunde. Dieser Salon stand nicht zum Verkauf. Immer sagte sie Nein. Einmal, als Ralf Kolbrink anfragte, sagte sie , „sprechen Sie mich noch einmal darauf an“. Der Gedanke, früher in den Ruhestand zu gehen, hatte an Reiz gewonnen. „Mein Sohn meinte seinerzeit: Warum noch warten?“, erinnert sie sich.

Seit einem Fahrradunfall vor eineinhalb Jahren hat sie Schmerzen in der Hand, und auch so ist der Beruf nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Mehr Ruhe für Körper und Geist, das täte jetzt gut. „Ich plane, erst Ende 2015 nach Düsseldorf zu gehen“, sagt sie. Und würde so gern die Eröffnungsfeier ihrer Nachfolgerin erleben. „Da bin ich leider zur Kur, aber ich werde mir das Geschäft später auf jeden Fall ansehen.“