Frauen der kfd bringen Stimmung in den Karneval

Heidi Kaldewey, Annette Flaswinkel und Käthe Hegmann (von links) schauen sich alte Fotoalben an. Der Frauenkarneval der kfd Mehrhoog feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.
Heidi Kaldewey, Annette Flaswinkel und Käthe Hegmann (von links) schauen sich alte Fotoalben an. Der Frauenkarneval der kfd Mehrhoog feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit mittlerweile 40 Jahren sorgt die kfd Mehrhoog in Hamminkeln eine Woche vor dem eigentlichen Trubel für jede Menge Spaß und ein volles Haus.

Hamminkeln.. Es begann mit einem bunten Nachmittag. Rund 40 Frauen waren 1975 in den Saal Pollmann in Mehrhoog gekommen, um mit den Damen der kfd Karneval zu feiern. Und 40 Jahre später sind aus dem Nachmittag drei abendfüllende Veranstaltungen geworden, die eine Woche vor Karneval jeweils bis zu 160 Hamminkelner Jecken in den Saal locken.

Annette Flaswinkel, ihre Mutter Käthe Hegmann und Heidi Kaldewey sitzen im Flaswinkelschen Wintergarten und schwelgen in Erinnerungen. Drei Fotoalben sind auf dem Esstisch ausgebreitet und schlagen eine sehr unterhaltsame Schneise durch die karnevalistische Entwicklung der kfd-Frauen. Immer wieder lachen sie laut auf.

Mit einer Bühne aus Bierkästen und Holzbrettern fing es an. Die wurde an einem Ende des Saales aufgebaut und bebte ordentlich, wenn die kfd-Damen ihre Nummern präsentierten. Die Bier-Bretter-Bühne ist mittlerweile durch eine richtige, rund 20 Quadratmeter große und mobile Bühne ersetzt worden, die Nummern aber konzipieren und spielen die Frauen, egal ob Mitglied in der kfd oder nicht, bis heute selbst. „Der Tag war vor allem für die Frauen gedacht, die nie Karneval gefeiert haben“, sagt Käthe Hegmann. Entsprechend alternativ und unprätentiös sind die Veranstaltungen.

Kartenverkauf beginnt heute

Auf Ordensverleihungen verzichten die Frauen seit jeher genauso wie auf ein Dreigestirn oder das ständige Tätätätätä der zahlreichen Prunksitzungen. „Und Schnapsleichen finden sie bei uns auch nicht“, sagt Annette Flaswinkel. Was zählt, ist das eigene Programm. Bis zu zwölf Nummern bereiten die Aktiven vor und dehnen das Programm dann nicht selten auf dreieinhalb bis vier Stunden. Die nie langweilig werden. Und manchmal auch für Gesprächsstoff sorgen. Wie Ende der 80er-Jahre. Da hatten sich die Damen für einen ihrer Bühnenauftritte Fäden in einem Tunnelzug in ihre Nachthemden genäht, um bei einem etwas frivoleren Auftritt das Kleid Stück für Stück höher rutschen zu lassen. In der katholischen Kirche damals zumindest schwierig. Zu der Zeit habe man auch das Wort „BH“ in einem Auftritt nicht sagen können, erinnert sich Käthe Hegmann. Und schon im Vorfeld sei die Tuschelei losgegangen, erzählt Heidi Kaldewey. „Ob die das durchkriegen?“, hätten sich die Mehrhooger gefragt. Nun, sie kriegten es durch. Und hatten die Lacher auf ihrer Seite.

Das etwas andere Konzept sprach sich herum. Und als der Turnverein seine Karnevalssitzung einstellte, bot die kfd 1987 erstmals einen zweiten Termin an. Anfang der 90er-Jahre kam der dritte hinzu. Seitdem dürfen auch die Männer mitfeiern - zumindest am Samstag. Der Rest bleibt den weiblichen Jecken vorbehalten.

Die Karnevalsveranstaltungen der kfd Mehrhoog beginnen am 4. und 5. Februar um 18 Uhr und am 7. Februar um 19 Uhr im Saal der Gaststätte Pollmann. Karten gibt es für 8 Euro nur am Mittwoch, 21. Januar, im Edith-Stein-Heim, Kirchstraße. Von 10 bis 12 Uhr sind die Mitglieder der kfd an der Reihe, von 15 bis 17 Uhr können auch Nichtmitglieder Karten kaufen.