Förderschul-Wechsel unterzeichnet

Wesel..  Ende Juli wird es die Ellen-Key-Schule nicht mehr geben. Das Förderschulkonzept des Kreises Wesel sieht die Reduzierung der Standorte vor, und so werden drei bisherige zu einer Förderschul-Einrichtung zusammengefasst: Förderschüler aus Wesel und Dinslaken orientieren sich zukünftig zur Janusz-Korczak- Schule in Voerde. Gestern unterzeichneten Bürgermeisterin und Bürgermeister sowie Fachdezernent und -dezernentin aus Wesel und Voerde eine entsprechende Vereinbarung.

Die beiden Nachbarkommunen handeln vorauseilend: Erst in einem Jahr tritt das Kreiskonzept in Kraft. Im Sinne der Sache, der Kinder und Eltern habe man „bilateral pragmatisch, schnell und kollegial“ gehandelt, so Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann, vor nicht langer Zeit noch als Dezernent in Wesel für das Thema zuständig. Man habe gute Lösungen auch für die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer gefunden, so dass „keine Bitterkeit zurückbleiben“ werde.

Hintergrund ist die Änderung der Mindestgrößenverordnung für Förderschulen. Simone Kaspar, zuständige Voerder Beigeordnete, wies auf den fortschreitenden Prozess der Inklusion hin. Die Förderschulen bleiben wichtig vor allem für Kinder mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Das gilt auch für die Voerder Schule, die dem Leitsatz des polnischen Pädagogen Janusz Korczak verpflichtet ist: „Jedes Kind hat das Recht, so zu sein wie es ist.“ Arbeitsschwerpunkte liegen außer im Unterricht in den Bereichen Beratung, Diagnostik und Prävention.

Die Pädagogen in Voerde seien qualifiziert, die Schule sei hinsichtlich Personal und Ausstattung „gut aufgestellt“, so Simone Kaspar. Zu den bisher 94 Schülerinnen und Schülern, teils auch aus Hünxe, Schermbeck, Hamminkeln und Dinslaken, kommen 32 Weseler hinzu.

Die Stadt Wesel setzt für die hiesigen Kinder einen Bus nach Voerde ein und sorgt für die Schulbuch-Beschaffung. Das, so Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, wird der Kreis Wesel fortführen, wenn er im kommenden Jahr die Trägerschaft übernimmt.