Flüchtlingsheim am Hunsdorfer Weg

Hünxe..  Auch wenn ein möglicher Grundstückserwerb auf der Parkplatzfläche Kirchstraße als zweite oder zusätzliche Option diskutiert wurde, fiel der Beschlussvorschlag im Haupt- und Finanzausschuss am Ende einstimmig aus: „Die Gemeinde Hünxe errichtet im Ortsteil Drevenack ein Flüchtlingsheim. Als Standort wird die Unterkunft am Hunsdorfer Weg vorgesehen.“ Dort sind 24 Plätze für Asylbewerber angedacht. Grundstückserwerb und Baugenehmigung sind nur noch Formsache, die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen wurden bereits geschaffen. Wie das Gebäude dann aussehen wird – ein Flachdach statt eines Walmdachs würde die Kosten um rund 103 000 Euro senken – war noch nicht Gegenstand der Abstimmung.

In Anwesenheit vieler interessierter Besucher erläuterte Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth zunächst, welche elf Standorte in Drevenack die Verwaltung hinsichtlich der Errichtung untersucht habe – sowohl unter bauplanungsrechtlichen Vorgaben als auch nach Grunderwerbsmöglichkeiten, denn die Gemeinde besitzt dort keine geeigneten eigenen Grundstücke. Entweder gibt es keine Verkaufsbereitschaft des Eigentümers, das Grundstück ist zu klein, liegt im Außenbereich, eine Erschließung wäre zu teuer oder weitere Ausschließungsgründe: Es blieben nur noch die zwei genannten Standorte übrig. Für beide wurden Entwurfsplanungen erstellt.

„Der Bedarf für eine Unterbringung drängt“, mahnte Bürgermeister Hermann Hansen. „Wir brauchen heute Ihre Entscheidung für einen Standort. Beim Grundstück Hunsdorfer Weg ist ein Kauf für die zweckgebundene Nutzung gegeben.“ Auch sei diese Option kostengünstiger und biete mehr Rechtssicherheit, so Hansen.

Ralf Lange (EBH) lobte die Verwaltung für die vorausschauende Planung und sprach sich für die Sicherung beider Optionen aus. Waltraud Schilling (SPD) hielt den Standort Kirchstraße für ungeeignet: „Er ist das Eingangstor von Drevenack.“ Viele Bäume müssten dann gefällt werden, Parkmöglichkeiten entfielen. Michael Wefelnberg (CDU): „Wir bauchen auf lange Sicht eventuell zwei Standorte, denn die Bereitschaft für private Unterbringung ist gering.“ Auch Ulrich Slusarek (Grüne) wollte sich beide Möglichkeiten offen halten, „denn wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge noch kommen.“ Angela Bachem-Brögger (UWH) schloss sich den Vorrednern an. Beide Optionen seien „eine Aufstockung unseres Tafelsilbers“. Wolfgang Schüring sprach von einer möglichen Ausweichfläche mit späterem Tausch. „Gegen eine Vorsorge in Drevenack über einen Standort hinaus hat keiner was“, so Hermann Hansen. Aber zunächst werde am Hunsdorfer Weg gehaut.