Flüchtlinge lernen Deutsch

Von links: Daniel Kunstleben (Beigerodneter Stadt Wesel), Karl-Heinz Ortlinghaus (VHS-Zweckverbandasversammlung), Mike Rexforth (VHS-Zweckverband), Reinhard Hoffacker (Sparkasse), Rita Heßelmann (Kursleiterin), Andreas Brinkmann (VHS-Direktor ) und Marlies Hillefeld (Flüchtlingshilfe)
Von links: Daniel Kunstleben (Beigerodneter Stadt Wesel), Karl-Heinz Ortlinghaus (VHS-Zweckverbandasversammlung), Mike Rexforth (VHS-Zweckverband), Reinhard Hoffacker (Sparkasse), Rita Heßelmann (Kursleiterin), Andreas Brinkmann (VHS-Direktor ) und Marlies Hillefeld (Flüchtlingshilfe)
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Volkshochschule Wesel-Hamminkeln-Schermbeck hat ein erster spezieller Sprachkurs begonnen. Die Finanzierung für die Fortsetzung des Projekts ist schon gesichert.

Wesel..  Es ist ein „Meilenstein in der Weseler Flüchtlingspolitik“, findet die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, Marlies Hillefeld. Und tatsächlich hat es ein solches Angebot in der Hansestadt bislang noch nicht gegeben: In der vergangenen Woche begann in den Räumen der Volkshochschule ein Kurs, in dem 23 Männer und Frauen aus elf Nationen die Grundlagen der deutschen Sprache für den Alltagsgebrauch erlernen. Möglich wird das Angebot durch das Zusammenspiel der Flüchtlingshilfe und VHS, die politischen Unterstützung aller Weseler Fraktionen sowie eine Spende der Verbands-Sparkasse.

Der große Flüchtlingsstrom stelle die Kommunen vor große Herausforderungen, sagt VHS-Verbandsvorsteher Mike Rexforth. „Sowohl finanziell als auch gesellschaftspolitisch.“ Denn Menschen, die in ihrer Heimat alles hinter sich lassen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben in ein komplett fremdes Land gehen, stehen vor allem zu Anfang oft völlig isoliert da. Die Sprache des jeweiligen Landes zu lernen, sei da eine der Grundlagen für Integration, betont Rexforth.

Da eine Finanzierung des ersten Deutschkurses für Flüchtlinge seitens der VHS nicht möglich war, wandte sich die Flüchtlingshilfe an die Verbands-Sparkasse und fand dort bereitwillige Unterstützer. 5000 Euro gab das Kreditinstitut zur Realisierung des Projektes.

Der Kurs umfasst 200 Unterrichtsstunden und läuft bis Juni an vier Tagen in der Woche, wie VHS-Direktor Andreas Brinkmann sagt. Zum Abschluss ist eine interne kleine Prüfung vorgesehen, mit der Dozentin Rita Heßelmann die Lernerfolge kontrollieren möchte. Derzeit sei die Gruppe noch in der Findungsphase, berichtet sie. Da die Teilnehmer so gut wie gar keine Deutsch-Vorkenntnisse haben und teilweise auch kein Englisch sprechen, sei die Verständigung untereinander noch nicht immer einfach. „Die Teilnehmer sind aber hochmotiviert“, beobachtet die Dozentin. Der Bedarf und das Interesse seien definitiv da, stimmt auch Andreas Brinkmann zu. In Absprache mit der Flüchtlingshilfe habe die VHS 24 Männer und Frauen zu dem Kurs eingeladen, 23 davon seien erschienen.

Das Angebot soll fortgesetzt werden. Wie Marlies Hillefeld ankündigt, seien genügend Spendengelder zusammengekommen, um einen zweiten Kurs speziell für junge Erwachsene ab 16 Jahren zu finanzieren. Ein Kursbeginn sei voraussichtlich recht schnell möglich, sagt Andreas Brinkmann.