Fête-Dieu!

Pater Matthias und Jean-Pierre Sumbu, Leiter der Mission des Karmel in Kamerun.
Pater Matthias und Jean-Pierre Sumbu, Leiter der Mission des Karmel in Kamerun.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Auch in Kamerun feiern die Gläubigen Fronleichnam. Es heißt nur anders. Bei der heutigen Prozession in Marienthal sind afrikanische Gäste dabei.

Hamminkeln..  Fronleichnam? Prozession? Jean-Pierre Sumbu runzelt die Stirn und schaut fragend in die Runde. Kurz darauf erhellen sich die Gesichtszüge des Afrikaners. „Fête-Dieu!“ So lautet das französische Wort für das Hochfest der Katholiken. Jetzt weiß der Gast aus Kamerun, worüber wir mit ihm sprechen möchten. Er freut sich darauf, dass er zum ersten Mal bei einer deutschen Fronleichnamsprozession dabei sein darf. Wenn die Gläubigen heute nach dem Gottesdienst in der Klosterkirche durch Marienthal ziehen, dann darf Jean-Pierre Sumbu die Monstranz ein kleines Stück des Weges tragen.

Kühlschränke und Nähmaschinen

Das ist nicht nur eine Premiere für den Mann in der schlichten, braunen Ordenstracht. Es ist auch neu für die Marienthaler Karmeliten, dass Glaubensbrüder aus Kamerun an Fronleichnam mit ihnen durch die Pfarrgemeinde ziehen. Seit 2001 arbeiten Pater Matthias Brenken, Pater Peter Schröder und Bruder Manfred Grossardt aus dem Konvent der Karmeliten in Marienthal mit am Aufbau der Mission ihres Ordens in Kamerun. Ein Engagement, das auch die Gemeindemitglieder mit Spenden unterstützt haben.

„Es gab sehr viel Hilfe aus Marienthal“, sagt Pater Matthias. Per Container gingen Sachspenden wie Kühlschränke und Nähmaschinen auf die Reise. Letztere waren für ein Projekt mit jungen Frauen gedacht, die mit den Spenden aus Deutschland das Schneiderhandwerk lernen durften. Wie gut das gelungen ist, kann Jean-Pierre Sumbu bunt auf weiß zeigen. Als kleines Dankeschön hat er selbst genähte Stofftaschen der Frauen aus seinem Land mitgebracht.

Gelungene Kakao-Ernte

Wer Französisch spricht oder besonders gut mit Händen und Füßen gestikulieren kann, der hat nach der heutigen Fronleichnamsprozession die Gelegenheit, mit dem Pater über das Leben in Kamerun zu sprechen. Über die Hühneraufzucht, die durch die Hilfe der Karmeliten mittlerweile so gut funktioniert. Über die erste gelungene Kakao-Ernte, die Produktion von Palmöl, den neuen Brunnen, der endlich für sauberes Trinkwasser sorgt. Und über den großen Wunsch, in der Hauptstadt Jaunde eine Schule zu gründen.

„Wir Karmeliten wollen dazu beitragen, dass die Menschen in den armen Ländern unserer Welt eine bessere Zukunft haben“, formuliert Pater Matthias Brenken das, was die Marienthaler Ordensbrüder mit dem fernen Kamerun verbindet. „Viele setzen dort die Hoffnung auf die Kirche. Deshalb sind wir für jede Unterstützung unserer Arbeit sehr, sehr dankbar.“