FDP fordert Arbeitsgruppe Schule

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Wesel..  Braucht Wesel eine neue weiterführende Schule? Aktuell nicht, sagt die FDP. „Mit einer Hauptschule, zwei Realschulen, einer Gesamtschule und zwei Gymnasien ist unsere Stadt zurzeit optimal aufgestellt“, heißt es in ihrem Positionspapier zur Schullandschaft. Damit bezog der Ortsverband bei seinem Parteitag am Montagabend noch einmal klar Stellung zu der Diskussion über eine mögliche zweite Gesamtschule oder die Schaffung einer Sekundarschule. Diese Diskussion war entbrannt, als die Schülerzahlen der Konrad-Duden-Realschule stark zurück gingen und eine Schließung im Raume stand.

Mittlerweile ist das Bestehen jeder weiterführenden Schule durch steigende Schülerzahlen gesichert, und die Stadt kann durch die Steuerung des Schülerstroms eine Zweizügigkeit an beiden Realschulen in Wesel gewährleisten.

Anstatt sich nur über die aktuelle Situation zu freuen, guckt die FDP in die Zukunft und fordert die Bildung einer Arbeitsgruppe zum Thema Schulentwicklung. „Wir wollen einen kontinuierlichen und ergebnisoffenen Dialog zwischen den Schulen, dem Schulausschuss, der Verwaltung und dem Stadtelternrat“, sagte FDP-Ortsverbandsvorsitzender Bernd Reuther.

Weiter fordern die Liberalen, dass alle weiterführenden Schulen in einer Sitzung des Schulausschusses einen Kurzvortrag über ihr System zur Förderung der leistungsschwachen und der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler halten. „Nur so können die Entscheidungsträger – also die Politik – die richtigen Entscheidungen fällen“, sagte Reuther.

Lob für derzeitiges Schulsystem

Jürgen Berner, ehemaliger Leiter des Andreas-Vesalius-Gymnasiums und sachkundiger Bürger der FDP im Schulausschuss, lobte bei der Parteitagsveranstaltung am deutschen Schulsystem vor allem die Durchlässigkeit, die er nicht nur während seiner Berufslaufbahn schätzen gelernt habe, sondern auch wissenschaftlich bestätigt sieht: „Es gibt keinen Beleg dafür, dass längeres gemeinsames Lernen – zum Beispiel an Gesamt- oder Sekundarschule – zu besseren Lernergebnissen führt.“ Damit warnte er vor voreiligen Entscheidungen in Wesel und befürwortet die Beibehaltung eines dreigliedrigen Schulsystems.