„Es wird schwarze Schafe geben“

Für ihn sei der Mindestlohn „nie Thema“ gewesen, sagt Ulrich Langhoff, Betreiber des Weseler Restaurants „Lippeschlößchen“ und zugleich Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes für den Kreis Wesel. „Vom Spüler über die Service-Kraft bis hin zum Koch“ erhielten alle Mitarbeiter Tariflöhne. „Und unsere Aushilfen 8,50 Euro netto.“ Es sind allerdings nicht mehr als 56 Prozent der im Nahrungs- und Genussmittelbereich tätigen Betriebe des Kreises Wesel, einschließlich Kioske oder Caterer, Verbandsmitglieder, für die Langhoff spricht.

Hans-Jürgen Hufer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten für die Region Nordrhein, weiß: „Es wird schwarze Schafe geben - ganz sicher: Chefs, die keine 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Oder Unternehmer, die die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die dann zum Null-Tarif geleistet werden müssen.“ Das gehe bis zur knallharten Alternative: Entweder Niedriglohn oder Kündigung.