Es muss nicht immer Online sein

Atmosphäre zum Stöbern, Ware zum Anfassen und individuelle Beratung „mit Herz“: Michael Daams in seinem Geschäft „Unterwegs“.
Atmosphäre zum Stöbern, Ware zum Anfassen und individuelle Beratung „mit Herz“: Michael Daams in seinem Geschäft „Unterwegs“.
Foto: FUNKE Foto Services
Angesichts des zunehmenden Einkaufens im Internet rät Michael Daams zu individuellen Lösungen – und verfolgt sie in seinem Geschäft „Unterwegs“

Wesel..  Die Veranstaltung kürzlich zum Vordringen des Online-Handels hat unter Wesels Geschäftsleuten für Diskussionsstoff gesorgt. Und zu der Fragestellung: Was kann man tun? „Es muss was passieren. Aber nicht in Hektik verfallen“, sagt Michael Daams, der das Geschäft „Unterwegs“ für Outdoor-Artikel an der Brückstraße führt. Ein Internet-Angebot sei nicht für jeden machbar und sinnvoll. „Wir haben hier 4300 Artikel. Für einen eigenen Online-Shop müsste ich jemanden einstellen“, sagt er. Für den Handel bedürfe es individueller Ideen und Lösungen.

Er und 20 weitere Kaufleute und Dienstleister haben sich jetzt unter dem Namen „Einzelhandel für Wesel“ per Facebook zusammengeschlossen, um sich auf schnellem, kurzem Weg zu informieren und auszutauschen – nicht nur in geschäftlicher Hinsicht, sondern auch über für sie interessantes Geschehen vor Ort. Im Kontakt untereinander kann man sich abstimmen und gemeinsam vorgehen, werden neue Ideen geboren oder aufgegriffen. Ein Beispiel: Die Schilder in der Fußgängerzone, die auf Läden hinweisen, könnten mit QR-Codes versehen werden, die Einkäufer per Smartphone „lesen“ können. Ein kurzer Film könnte sie dann informieren, was sie in dem jeweiligen Geschäft erwartet.

Mit 15 weiteren Standorten der „Unterwegs“-Kette ist das Geschäft von Michael Daams verbunden. Das hat den Vorteil, dass man sich bei nicht vorrätiger Ware untereinander rasch aushilft. An drei großen Standorten unterhält „Unterwegs“ einen großen Online-Store.

Der Vorteil der Gruppe sei prima, aber „wir versuchen so eigenständig wie möglich zu sein“, sagt Michael Daams. Für ihn ist die besondere Einkaufsatmosphäre, das Anfassen und Anprobieren der Ware ein unverzichtbarer Vorteil gegenüber dem Einkauf im Netz. Und die individuelle, am Bedarf orientierte Beratung. So lässt sich klären, welche Schuhe oder Kleidung für welchen Zweck richtig sind, und er und seine Mitarbeiter können bei der Anprobe sehen, ob das wirklich passt. Das Bestellen und Zurückschicken könne zum aufwendigen Verfahren werden, sagt er.

Den Kunden nicht drängen, aber „Begeisterung zeigen“ lautet sein Credo. So baut er Kontakte auf, erhält viel Feedback und fühlt sich als „Ur-Emmericher“ eigentlich schon als Weseler.