Erst einmal „Grund reinbringen“
04.04.2011 | 17:52 Uhr 2011-04-04T17:52:00+0200
Hamminkeln.So ganz blickt Stefanie Werner noch nicht durch in ihrem neuen Büro. Kann sie auch nicht, denn die 33-Jährige hat gerade mal zwei Tage am neuen Arbeitsplatz hinter sich.
Zum 1. April hat sie die Leitung des Hamminkelner Jugendzentrums übernommen. Seit Freitag arbeitet sie sich nun Stückchen für Stückchen vor, um alles kennenzulernen. Neue Stadt, neue Räume, neue Kollegen, neue Jugendliche.
„Grund reinbringen“ ins Jugendzentrum möchte Stefanie Werner als erstes. Zwar sei Rita Nehling-Krüger, den Honorarkräften und Ehrenamtlichen, die die Einrichtung an der Diersfordter Straße seit der alleinigen Übernahme durch die Stadt im vergangenen Sommer betrieben haben, ihre Arbeit gut gelungen, dennoch merke man natürlich, „dass chaotische Zeiten hinter allen liegen.“ Das möchte die neue Leiterin nun ändern und zwar in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen, aber auch Hamminkelner Vereinen und der Real- und Hauptschule.
„Die Lage des Jugendzentrums in direkter Nachbarschaft zu den beiden Schulen ist eine tolle Chance für eine gute Kooperation“, findet Stefanie Werner. In den kommenden Tagen möchte sie sich in beiden Schulen vorstellen, Leiter, Lehrer und Sozialarbeiter kennenlernen. Auch über die Hamminkelner Vereine und deren Angebote möchte sich die 33-Jährige informieren. „Es macht keinen Sinn, zu öffnen, wenn gerade alle beim Fußballtraining sind, und sich dann zu wundern, dass keiner kommt“, sagt sie.
Für die Jugendlichen
Wichtig ist der neuen Leiterin außerdem, mit den Mädchen und Jungen zu sprechen und sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu fragen. „Wir machen das hier ja schließlich für die Jugendlichen.“ Mehr Sportangebote wünscht sich beispielsweise Julian (12). Jasmin (13) fände gemeinsame Konsolenspiele gut. „Wir sammeln Ideen und entwickeln dann in aller Ruhe ein Konzept“, sagt Stefanie Werner. „Jetzt auf die Schnelle was auf die Beine stellen und dann in zwei Monaten wieder alles über den Haufen werfen, das macht keinen Sinn.“
Gebürtig kommt Stefanie Werner aus Xanten. In Köln studierte sie, anschließend absolvierte die Diplom-Sozialarbeiterin und Erlebnispädagogin ihr Anerkennungsjahr in der Toskana. Da ihr Italien so gut gefiel, bewarb sich die heute 33-Jährige für einen Job dort. Acht Jahre lang war sie Jugendreferentin in einer Gemeinde in Klausen (italienisch: Chiusa) in Südtirol. Da Stefanie Werner im Alter von 30 „sesshaft werden“ wollte, aber in Italien keine berufliche Perspektive dafür sah, kam sie zurück nach Deutschland und leitete in den vergangenen drei Jahren das Gocher Jugendzentrum Astra. Mit ihrem Mann wohnt sie in Blumenkamp.
Mit Stefanie Werner hat Christian Höfer (22) als weiterer neuer Mitarbeiter im Jugendzentrum angefangen. Außerdem im Team sind eine studentische Hilfskraft und Honorarkräfte.
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