Erholung in der Weseler Natur ist gefragt

Zu Besuch auf dem Bislicher Neuhollandshof. Hier könnte demnächst eine geführte Tour Station machen.
Zu Besuch auf dem Bislicher Neuhollandshof. Hier könnte demnächst eine geführte Tour Station machen.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Zum dritten Mal trafen sich Vertreter der Tourismus- und Regionalberatung Berlin, Hannover, Eisenach, Wesel-Marketing und Bürger, um über ein Tourismuskonzept zu beraten.

Wesel..  Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er nicht nur was erzählen, dann stellt er auch Ansprüche. Oliver Melchert von der Tourismus- und Regionalberatung Berlin, Hannover, Eisenach, die zusammen mit Weselern das Tourismuskonzept für die Hansestadt erarbeitet, kennt sie genau. Qualitativ hochwertig , bequem, sicher, erlebnisreich und individuell sind nur einige Schlagworte. Hinzu kommt, dass oft spontan gereist wird, außerdem gern preisgünstig sowie kürzer, dafür aber öfter. Tradition und Kultur seien genau das, was viele Urlauber wollten. Und was wollen die Verantwortlichen in Wesel? Dass die Bekanntheit der Stadt steigt und die Menschen länger hier bleiben. Das wurde bei einem weiteren Treffen mit interessierten Weselern erneut betont.

„Ein sensationeller Campingplatz“

Die Befragung von 290 Gästen ergab unter anderem, dass die meisten von ihnen zwischen 50 und 69 Jahre alt sind. Etwa 65 Prozent davon bleiben ein bis drei Tage in Wesel, wobei 37 Prozent aus der unmittelbaren Umgebung, dem Postleitzahlgebiet 4, kommen, gut 14 Prozent reisen aus dem Postleitzahlgebiet 5 an, acht aus 3 und nur fünf Prozent aus den Niederlanden. Als Reisemotiv ganz vorne stehen Gesundheit und Erholung, Radfahren sowie „in der Natur sein“. Bei den Freizeitaktivitäten sind Restaurantbesuche am beliebtesten, gefolgt von Radfahren und Einkaufen. Positiv: 85 Prozent der 290 Gäste würden Wesel als Reiseziel weiterempfehlen, „eine unglaublich hohe Zahl“, wie Melchert meint, der zudem festgestellt hat, dass die Weseler ihre Stadt mit Blick auf die Sehenswürdigkeiten und das Naturerlebnis ein bisschen unterschätzen. Die Unterkünfte seien ideal und man habe „einen sensationellen Campingplatz, den es in Deutschland nicht noch mal gibt“. Negativ: die Touristinformation gibt laut Gästebefragung wenig gezielte Auskünfte und verweist aufs Internet. Insgesamt sei die Zufriedenheit mit der Leistung der Touristinformation aber hoch.

Das Beraterbüro empfiehlt nun drei Geschäftsfelder, auf die Wesel sich konzentrieren sollte: Natur + aktiv; Kultur + Shopping; Business. Außerdem solle man nicht zuviele Zielgruppen im Blick haben, sondern besser Tagesausflügler und Kurzurlauber. Eines der Ziele müsse es sein, qualitätsorientierten Tourismus zu fördern, ein weiteres, das Erholungsgebiet des Ruhrgebiets zu sein. Außerdem soll Wesel zum Drehkreuz für Geschäftsreisen am Niederrhein und in Teilen des Ruhrgebiets werden sowie der Kultur-, Event- und Shoppingmagnet für die Region und die Niederlande.