Ergreifende Melodien in St. Johannes

Wesel..  Engelsgleicher Gesang erklang in perfekter Harmonie mit dem Klang der Harfe, die als Königin der Instrumente gilt, in der St. Johannes-Kirche Bislich. Der zweite Konzertsonntag lockte mit einem Musikgenuss und einer kühlen Kirche, wie Renate Droste in den Eröffnungsworten bemerkte. Es gastierten Meike Leluschko (Sopran) und Jenny Ruppik (Harfe). Sie verzauberten mit den gekonnten Tönen und den wohltönenden Klängen ihres Programms „Dans le jardin – Veilchen, Rosmarin, Mimosen…“.

Bei „La source“ (op. 44) – übersetzt „die Quelle“ – von Alphonse Hasselmans (1845 – 1912) verspürte man dank des perfekten und emotional anrührenden Harfespiels von Jenny Ruppik, wie das Wasser der musikalischen Quelle den rund 70 Gästen in der St. Johannes-Kirche förmlich entgegenquoll. Viel anerkennenden Applaus erntete die Harfenistin für ihr Solostück. Auch richteten die Solistinnen das Wort ans Publikum und erklärten, dass sie neben Notenmaterial, welches im Original für Harfe oder Harfe und Sopran geschrieben wurde, auch Werke spielen und präsentieren, die für Klavier und Gesang geschrieben wurden. So zum Beispiel „An die Freude“ und „Das Kinderspiel“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Aber auch Werke von Robert Schumann, wie „In meinem Garten“ und „Die Lotusblume“ überzeugten voll. Angenehm warm, niemals schrill, klang Sopranistin Meike Leluschko. Egal ob sie in klassischen Stücken die Töne setzte oder sich bekannten Folksongs wie „Scarborough Fair“ (bekannt durch Simon & Garfunkel), „Greensleeves“ oder „Summer has come“, dem ältesten bekannten englischen Traditional aus dem 13. Jahrhundert, widmete. Die Auswahl der Werke ließ die schätzenswerten Qualitäten und die große Bandbreite von Instrumentalspiel und Gesang deutlich werden. Eher zufällige Gäste im Konzert, aber restlos begeistert, waren Birgit und Karl-Heinz Höls aus Flüren, die gemeinsam mit Mutter bzw. Schwiegermutter Johanna Höls dem Bislicher Gotteshaus einen Besuch abstatteten und dabei die Proben zum Konzert erlebten. „Das ging mir ans Herz!“, erzählte Birgit Höls. „Wir haben uns sofort Karten gekauft“, ergänzte sie froh. Und nach dem Konzert war die anfängliche Begeisterung der drei Spontankonzertbesucher noch gestiegen. Mit Beschreibungen wie „Ich bin ergriffen!“ und „Wunderschön!“ fasste Familie Höls die Stimmung zusammen. Während des mehr als einstündigen Konzertes erklang nicht nur „Beau Soir“ (Schöner Abend) von Claude Debussy (1862 – 1918) – einst auch von Stimmwunder Barbra Streisand auf ihrem Klassikalbum gesungen – es war auch ein schöner Abend der höchsten Ansprüchen an Vokalkunst und perfektem Harfenspiel gerecht wurde.

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