Erfahrung birgt großes Potenzial

Feierstunde in der Niederrheinhalle.
Feierstunde in der Niederrheinhalle.
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Was wir bereits wissen
Die SPD AG 60 plus im Unterbezirk Wesel feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Dazu gab es einen Festakt im Parkettsaal der Niederrheinhalle.

Kreis Wesel..  Dass aus der AG 60 plus in der SPD im Unterbezirk Wesel einmal so eine starke Truppe werden würde, das hätte bei der Gründung vor 20 Jahren niemand gedacht, ist der Vorsitzende Wilhelm Trippe überzeugt. Sich „ein wenig um die älteren Genossen kümmern“, hätten viele als Ziel angesehen. „Doch aus Kümmern ist längst harte Arbeit geworden“, sagte Trippe. Die 1800 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft im Unterbezirk sind nicht nur in Wahlkampfzeiten unverzichtbar geworden, sondern bringen sich auch inhaltlich mit ein. Gestern aber stand einmal das Feiern im Vordergrund. Zum 20-jährigen Bestehen im Kreis Wesel hatte der Vorstand in den Parkettsaal der Weseler Niederrheinhalle eingeladen.

Bei Kaffee und Brötchen tauschten sich die etwa 70 Anwesenden bei der Feierstunde aus und lauschten Grußworten und Glückwünschen. Siegmund Ehrmann, der ursprünglich als Gastredner vorgesehen war, musste seinen Besuch absagen, da er in Berlin am Staatsakt für den verstorbenen Richard von Weizsäcker teilnahm. Statt dessen sprach der Unterbezirksvorsitzende und SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Ulrich Krüger zu den Mitgliedern.

Gute Politik lebe vom Zuhören, sagte Krüger. Davon, auf die Interessen der Menschen zu hören. Das schaffe die AG 60 plus, indem sie sich gezielt um die Belange älterer Menschen kümmere. Wichtige Themen gebe es zur Genüge. Von der Infrastruktur über die ärztliche Versorgung bis hin zum öffentlichen Nahverkehr seien es viele Aspekte, die die Attraktivität von Städten bestimmen und die gerade für ältere Menschen wichtig sind.

Mehr ältere Menschen

Die Gründung der SPD-AG 60 plus vor 21 auf Bundesebene und vor 20 Jahren im Kreis Wesel sei eine „außerordentlich gute Idee“ gewesen, sagte Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in ihrer Ansprache. Es gebe durch die demografische Entwicklung immer mehr Senioren und bei den älteren Menschen mittlerweile sogar schon zwei Generationen mit ganz eigenen Interessen und Bedürfnissen: „Die jüngeren, noch sehr aktiven Senioren auf der einen Seite, die Hochbetagten auf der anderen.“

Die Erfahrung der älteren Aktiven der AG 60 plus sei durch Wissen nicht zu ersetzen und berge ein großes Potenzial, betonte der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Meesters.

Viel zu tun gebe es für die AG 60 plus auch nach 20 Jahren noch, betonte der Vorsitzende Wilhelm Trippe. Gerade im sozialen Bereich laufe vieles nicht so wie es sollte. „Damit sind wir für die Zukunft noch nicht gut gerüstet“, sagte Trippe und nannte Schlagworte wie eine unzureichende Pflegeausbildung und die Erhöhung der Pflegeversicherung, die seiner Ansicht nach nicht hoch genug ausgefallen sei. Die Neuregelung bei der Krankenversicherung mit Zusatzbeitrag unterstütze nur die Arbeitgeber. Die Rente mit 67 müsse auch diskutiert werden, so Trippe weiter. „Es geht dabei oft nicht darum, ob jemand dann körperlich noch arbeiten kann, sondern ob er es sich finanziell erlauben kann, aufzuhören.