Entsorgungsmethode: Einfach übern Zaun

Ein neuralgischer Punkt für das Ansammeln von Abfällen sei der Bereich um das Berufskolleg, sagen Anwohner. In diesem Fall wurden dort Kleidungsstücke verteilt.
Ein neuralgischer Punkt für das Ansammeln von Abfällen sei der Bereich um das Berufskolleg, sagen Anwohner. In diesem Fall wurden dort Kleidungsstücke verteilt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine immer bequemere Haltung fördert das Ex- und Hopp-Verhalten und damit die Entstehung von Dreckecken: 10 Tonnen Müll im Jahr

Wesel..  Hänschen lernt es meist schon von klein auf: Bonbon-Papier oder Bananenschalen wirft man nicht einfach in die Gegend. Die Lehrerin in der Grundschule sagt Gleiches. Aber spätestens wenn aus Hänschen Hans geworden ist, der eine weiterführende Schule besucht und liebend gern Pommes und Burger isst, hat er dies alles verdrängt. Dreckecken überall in der Stadt zeugen davon. NRZ-Leserinnen und Leser folgen unserem Aufruf, auf sie hinzuweisen.

Etliche groß gewordene Hänschens (oder womöglich auch Hannelörchens) gibt es nach Ansicht von Bärbel Landgrebe am Weseler Berufskolleg. Die „vermüllten“ in der Feldmark nicht nur den Dorotheenpark, sondern auch den Marktplatz, den Parkplatz vor dem Rewe-Markt und den Weg vom Kolleg zur Bahnstation, die ebenfalls gerne zur Abfallentsorgung genutzt werde. Auch „ein breiter Streifen neben dem Holzweg in Richtung Lackhausen ist vermüllt“, so die Weselerin.

Prädestinierte Orte

Einfach übern Zaun lautet die Devise an der Straße Am Blaufuß, wo unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke auf dem umfriedeten Bahn-Gelände eine kleine Müllhalde entsteht. Solche Orte scheinen für das wilde Entsorgen prädestiniert zu sein. CDU-Ratsmitglied Jürgen Lantermann hat die Stadtverwaltung gebeten, die Bahn um Abhilfe zu ersuchen. Folgt die dem Appell, stellt sich quasi automatisch die Frage, wie lange der „entmüllte“ Zustand anhält.

Was kann man tun, wo doch die Bequemlichkeit mit zum höchsten Gut erklärt wird? Wo das Einkaufen vor Ort und das Blinker-Setzen vielfach als zu anstrengend empfunden und demnächst das Autofahren dem Auto überlassen wird, sind ein paar Schritte zum nächsten Papierkorb offenbar eine Zumutung. Die Forderung von CDU-Politiker Reinhold Brands, der täglichen Ansammlung von Fast-Food-Verpackungen und Flaschen auf dem Parkplatz an der Rundsporthalle mit der Anbringung von Müllbehältern zu begegnen, erscheint da - leider - fast als ein frommer Wunsch.

Stadtwacht stößt an Grenzen

Auch sein Antrag an die Stadtverwaltung, einen verstärkten Einsatz der Stadtwacht zu prüfen, stößt an Grenzen. Die vier Mitarbeiter dort haben sich im gesamten Stadtgebiet um diverse Aufgaben zu kümmern. Hinweisen von Bürgerinnen und Bürgern auf „wilden Müll“ gehen sie gezielt nach, suchen nach Hinweisen auf Verursacher und bemühen sich, diese in flagranti zu erwischen, um ein Ordnungswidrigkeitsverfahren anzudrohen oder einzuleiten. Nicht sehr oft gelinge das, räumt der im Rathaus für die Stadtwacht zuständige Andreas Harbat ein.