Endlich Spargel

Frisch geernteter Spargel.
Frisch geernteter Spargel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Jetzt werden die weißen schlanken Stangen wieder geerntet und verkauft. Bis zum 24. Juni läuft die Saison in der Regel, die diesmal später als 2014 begonnen hat.

Wesel..  Haben Sie sich auch so auf den ersten frischen niederrheinischen Spargel gefreut? Er ist zwar noch ein bisschen teuer, aber die Saison hat ja auch gerade erst begonnen. Deutlich später als 2014 wurden diesmal die ersten Stangen des königlichen Gemüses gestochen. Auf dem Spargelhof Heinen in Obrighoven war es der Gründonnerstag, allerdings auch nur eine kleine Menge für den Hausgebrauch. Karfreitag kam der Spargel dann auf den Tisch, sagt Peter Heinen und lächelt zufrieden. Seit knapp einer Woche werden nun immer mehr Spargelstangen aus der Erde geholt, der größte Teil der polnischen und rumänischen Erntehelfer ist schon da.

Warme Atmosphäre

Gestern früh um sieben ging es gemeinsam auf eines der mit zwei Folien bespannten Felder zur so genannten Stecherschulung. Ein Fachmann der Landwirtschaftskammer zeigte zwei Stunden lang, wie es richtig geht. Denn die Stangen sollen schließlich heil bleiben und nachfolgende junge Sprosse nicht beschädigt werden. Gar nicht so einfach. Doch Spargelstechen ist eben reine Handarbeit, wenngleich das Schälen längst maschinell geht, wenn man es denn möchte – für ein Euro das Kilo.

„Richtig los geht’s diese Woche“, kündigt Peter Heinen an, denn bis die Wärme an der Wurzel angelangt ist, dauert es ein Weilchen. Deshalb gibt es spezielle Foliensysteme, die dem Gemüse einheizen und eine wohlig warme Atmosphäre verbreiten. Vier Hektar hat Landwirt Heinen mit einer schwarzen Folie abgedeckt und darüber einen Tunnel mit einer transparenten Folie versehen. Weitere zwei Hektar müssen mit einer Doppelabdeckung ohne Tunnelbügel auskommen und die restlichen vier, fünf Hektar bleiben unbedeckt.

Wenn die Temperaturen derart steigen, wie für diese Woche versprochen, müssen Spargelbauern auf der Hut sein. Denn zu warm mag es das Gemüse auch nicht und so muss morgens die Folie runter und abends wieder drauf – ein Kraftakt für alle Beteiligten, wenn man bedenkt, dass auf einem Hektar Fläche 5000 Meter Damm untergebracht sind.

Ideal für Junggesellen

Auch deshalb hat der Spargel – zumindest momentan – noch seinen Preis. 14 Euro pro Kilogramm kostet die teuerste Sortierung, wobei die beliebteste die Kiste ist, vor denen das 13-Euro-Schild steht. Suppenspargel, die sehr dünne Variante, ist bereits für 4,50 Euro zu haben. Doch die Arbeit, ihn zu schälen, machen sich viele nicht gern. Deshalb wird in den nächsten Tagen das oberste Drittel abgeschnitten und als „Junggesellenspargel“ verkauft. Den kann sich auch jeder Junggeselle zubereiten, weil dieser Abschnitt sehr zart ist und nicht geschält werden muss.

Der ideale Spargel zeigt sich übrigens gerade gewachsen, ist weiß ohne braune Stellen und hat geschlossene Köpfe. Das Idealmaß: 16 bis 26 Millimeter Durchmesser. Dass andere Stangen nicht so gut schmecken, ist eine Mär. Auch der Super-Dickmann für acht Euro mundet ausgezeichnet. Der Nachteil: Bei einem Pfund liegen höchstens fünf Stangen auf dem Teller...