Endlich mal so richtig was ausprobieren

Wesel..  Natur ist etwas Schönes, Naturwissenschaften weniger. Irgendwie hält sich diese Abneigung gegen Physik und Chemie hartnäckig. Dabei ist das Fragen und Entdecken etwas Natürliches, mit dem Kinder aufwachsen. Eigentlich. „Kinder erleben Phänomene vielfach nur noch virtuell“, sagt Wolfgang Mömken, Leiter der Feldmarker Grundschule. Deshalb ist es gut, dass es das „Haus der kleinen Forscher“ gibt - eine Stiftung, mit deren Unterstützung Kinder experimentieren, ausprobieren, erforschen. Die Byk Chemie unterstützte das bereits zum fünften Mal und lud zur Ergebnis-Präsentation ins große Altana-Gebäude ein. Viele der 300 beteiligten Grundschul- und Kita-Kinder kamen und brachten Eltern und Großeltern mit.

Mehr Tabus als Anregungen

Handelt es sich hier auch nicht um eine unmittelbare Nachwuchsförderung des Chemie-Unternehmens, so sind Altana und der Geschäftsbereich Byk doch daran interessiert, den Zugang zu den Naturwissenschaften zu erleichtern. Noch immer wählen wenige Schüler die so genannten Mint-Fächer als Leistungsfächer, sagt Alfred Dallarosa, der für Byk das Projekt betreut. Vielen gelten die Inhalte als schwierig und abstrakt. Zum Teil liegt das an der Vermittlung, aber auch daran, dass die Kinder in die eigentlich interessante Materie nicht „hineinwachsen“. Oft gebe es zu Hause nur noch wenige Anregungen, um Dinge wortwörtlich zu begreifen, sagt Mömken. Dafür viele Tabus.

Wird das Ausprobieren und Kreativität entwickeln angestoßen, wächst die Begeisterung am Entdecken. Die Umwelt und der Alltag bieten dazu vielfache Möglichkeiten, wie Serafin Groth von der DRK-Kindertageseinrichtung Abenteuerland sagt. Dort haben Kinder unter anderem ein Dosentelefon gebastelt, das zum Thema Kommunikation passte.

Luft und Wasser waren weitere Felder, auf denen sich auch die Erst- und Zweitklässler der Konrad-Duden-Grundschule während ihrer Forscherwochen tummelten. „Luft spürt man auf der Haut“, stellten die Kinder fest und dass sie, obwohl unsichtbar, viele Dinge bewegen und Töne erzeugen kann - schon indem man einen Schlauch durch die Luft schwingt. Das macht Spaß - auch den Erwachsenen, wie zu sehen war. Mehr davon auch außerhalb des Kleine-Forscher-Projektes wäre wertvoll. Dem vielfach beklagten Mangel an Lösungskompetenz würde das entgegenwirken.