Eine Programmreihe gegen das Vergessen

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Kreis Wesel..  Fahrten zu Gedenkstätten, ehemaligen Konzentrationslagern oder anderen Orten der Erinnerung an das Grauen des Dritten Reichs gehören für Dieter Bückmann zu seiner Arbeit mit Jugendlichen fest dazu. Seit 26 Jahren ist Bückmann Jugendleiter im evangelischen Jugendzentrum in Drevenack, immer wieder hat er in dieser Zeit Ausflüge gegen das Vergessen mit Mädchen und Jungen unternommen. Und, so beobachtet der Pädagoge, solche Aktionen werden immer wichtiger. „Denn die Distanz bei den Jugendlichen zum Nationalsozialismus ist größer als noch vor 15 Jahren.“ Es brauche heute aktuelle Bezüge, um junge Menschen besser zu erreichen. Von denen gebe es in Zeiten des Auschwitz-Gedenkens und wachsender Angst vor Fremdem derzeit mehr als genug, betont Michaela Leyendecker, Jugendreferentin des Kirchenkreises Wesel. Deshalb hat sie gemeinsam mit Dieter Bückmann und Jugendleiterin Katrin Riedel aus Schermbeck ein Jahresprogramm mit dem Titel „Verdammt lang her?“ erarbeitet.

Eine Exkursion in die ehemalige Tötungsanstalt Hadamar am 8. Februar ist bereits ausgebucht, für die weiteren Termine sind noch Anmeldungen möglich. Nach Buchenwald geht es am 30. und 31. März. Um das Thema „Rechte Szene am Niederrhein“ geht es an einem Abend im Lutherhaus am 15. April. Am 19. April steht dann eine Fahrradtour zu Stolpersteinen an. Nach Auschwitz und Krakau geht es während einer Polenreise im Oktober, die Teilnahme kostet 100 Euro. Auch Besuche des jüdischen Museums in Dorsten und des Anna Frank-Hauses in Amsterdam stehen im Programm. Zudem gibt es eine Wanderausstellung mit Bildern von Thomas Geve, der das Konzentrationslager überlebte und seine Erinnerungen in Bildern festhielt. Die Termine: 12. Februar bis 1. März in der Evangelischen Kirchengemeinde Brünen, 4. bis 15. März in Isselburg und 16. bis 29. März in der Dorfkirche Drevenack.