Eine Kirche im Namen Marias

Hamminkeln..  Maria ist in dieser Kirche allgegenwärtig. Die drei Chorfenster etwa zeigen Stationen aus ihrem Leben. Die Verkündigung durch Erzengel Gabriel, ihre Aufnahme in den Himmel und Marias Besuch bei Elisabeth (Maria Heimsuchung). Im Namen der neuen Pfarrgemeinde Maria Frieden, in der die Gemeinden Hamminkeln, Dingden, Loikum, Mehrhoog und Ringenberg seit 2013 zusammengeschlossen sind, ist der Bezug ebenso enthalten.

Und nun jährt sich die Weihe der katholischen Kirche St. Maria Himmelfahrt zum 120. Mal. Zu Beginn des Baus im Jahre 1892 standen zwei großherzige Gaben: Witwe Anna Catherine Meyer widmete Ende des 19. Jahrhunderts insgesamt 21 000 Mark, was heute einem rund zehnfachen Wert entspricht, der Ökonom Heinrich van Nahmen schenkte das Grundstück an der Diersfordter Straße.

Beiname: „Ketchup-Kirche“

Mit Genehmigung des damals ständigen Kirchenvorstands in Dingden wurde der Kirchbau beschlossen. Regierungsbaumeister Hilger Hertel erhielt 1892 den Auftrag, das Bauwerk im neugotischen Stil zu errichten. Die Handwerker legten los, setzten Stein um Stein; am 20. September 1894 wurde die Kirche eingesegnet, drei Tage später folgte die erste Messe. Die Kirchweihe durch den Bischof am 4. Juli 1895 vollendete die Neuerrichtung der Kirche: „Ich, Hermann, Bischof von Münster, habe diese Kirche und dessen Altar zur Ehre der ruhmreichen Jungfrau Maria, die in den Himmel aufgenommen worden ist, geweiht und ich habe die Reliquien der heiligen Märtyrerinnen Coronata und Jucunda in ihm eingeschlossen.“

Am Sonntag, 5. Juli, möchte die Gemeinde dieses Weih-Jubiläum feiern (siehe Box). „Alle Hamminkelner Bürgerinnen und Bürger laden wir herzlich ein, das Jubiläum mitzufeiern“, sagt Monika Risse, Vorsitzende des Gemeindeausschusses. Gefeiert wird auch gemeinsam mit der neuen Pfarrei Maria Frieden. Dennoch wolle man seinen eigenständigen Charakter behalten: „Auch nach der Zusammenführung wollen wir als Gemeinschaft von Gemeinden unser individuelles Gemeindeleben in den Dörfern gestalten“, so Risse.

Und im Pfarrbrief hat Gemeindemitglied Norbert Neß auf amüsante Weise dargelegt, wie lebendig Kirchen heute sein können, seien sie noch so alt. So habe auch die junge Generation in Hamminkeln ihren eigenen Umgang mit dem kirchlichen Leben im Dorf, schreibt Neß: „Die weiße, evangelische Kirche trägt den Beinamen ,Mayo-Kirche’, unser katholisches Gotteshaus ist folgerichtig: ,Die Ketchup-Kirche’.“

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