Eine Geschichte in Liedern

Birgit Breidenbach begeisterte in der St.-Georgskirche.
Birgit Breidenbach begeisterte in der St.-Georgskirche.
Foto: Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Das Dankeschön-Konzert der Stiftung der Diakonie sorgte für eine voll besetzte Schermbceker St.-Georgskirche.

Schermbeck..  Als Dank für die Stifter und Spender sowie als Erinnerung an ihre Arbeit war das Konzert in der St.-Georgskirche von Presbyterium und Stiftungsrat gedacht. Und mit der Sängerin Birgit Breidenbach und dem Pianisten Jan Weigelt bewies die Diakoniestiftung bei der Auswahl eine sehr sichere Hand.

Wolfgang Bornebusch, lange Jahre Pfarrer in der Gemeinde, dankte in seiner Begrüßung der Volksbank für ihre Hilfe, die es ermöglichte, „besondere Künstler“ einzuladen. „Sie erregt Aufsehen“ sagte er über die Sängerin, vor allem mit ihrer „kraftvollen, tiefen Stimme“ und ihrer „vitalen Präsenz“, der sich der Zuhörer nicht entziehen könne.

Als „ideale Besetzung“ lobte Bornebusch, der das Konzert organisierte, Jan Weigelt. Der Arrangeur, Ballettpianist und Leiter einer Beatles-Konzertreihe sprang kurzfristig für Peter von Wienhardt ein. Dem Crossover-Gedanken des Konzerts, Musik verschiedenster Zeiten und Stile zu mischen, wurde er damit vollauf gerecht. Ein Programm gab es nicht, „das ist gewollt“, so Bornebusch. Breidenbach werde „eine Geschichte in Liedern erzählen. Ein Programm kann da nur stören.“ Und: „Die Stiftung soll weiter wachsen“ betonte er mit Verweis auf die am Ende erbetenen Spenden.

„Träume – und der Weg zurück“, mit diesem Titel nahmen die beiden Interpreten ihr Publikum in der nahezu voll besetzten Kirche mit auf eine Reise durch große musikalische Unterschiede. „Was für eine Stimme“, das werden sich vermutlich jene gedacht haben, die den Contra-Alt der Kölner Sängerin erstmals hörten. Bornebusch gab schon einmal den Vergleich mit Zarah Leander, doch Breidenbachs tiefe Stimme wirkte noch kraftvoller. Leise Passagen gehörten aber ebenso dazu wie die wilde Anklage. Äußerst abwechslungsreich gestaltete sie ihr Gastspiel: Nach einem romantischen Start folgte der vehemente „Stoßseufzer einer Dame in bewegter Nacht“, die Vertonung eines Tucholsky-Gedichtes.

In ein Meer der Träume tauchte die Sängerin ein, und der Flügel folgte mit den tiefsten Tönen. „Das Nachtgespenst“ schreckte alle auf, es folgte „Ganz in weiß mit einem Blumenstrauß“. Die Erfolgsnummer von Roy Black bereicherte Breidenbach mit ihrer Klasse. Als Schlankheits-Tipp gab’s im Lied „Ich möchte schlank sein wie ein Mannequin“ die Martini-Kur, denn das Getränk enthalte nur eine Olive. Humorvolle Elemente, Nachdenkliches (wie im Traum vom Reichsein im „Club der Millionäre“) sowie schmerzliche Szenen mischte die Sängerin in ihr Programm, und eine sehr relative Sicht auf die Liebe kam hinzu: Die schenkte die Interpretin im Lied nur dem Mann, der die Macht hatte; sonst war Schluss mit der Treue.

Einen „spannenden und anregenden Abend“ wünschte Bornebusch eingangs. Den boten die beiden Interpreten ganz sicher.