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Rosenmontagszug

Eine bunte Open-Air-Fete

15.02.2010 | 19:33 Uhr

Wesel. Das haben sich die Schönen und Reichen, die Stars und Sternchen nicht nehmen lassen. Beim Weseler Rosenmontagszug waren sie alle dabei, die Berühmten aus den Klatsch-Zeitschriften, die Bekannten aus dem Fernsehen: Cindy aus Marzahn über Hannes Bender bis hin zu Elvis Presley.

Fotos: Lars Fröhlich

Gemeinsam feierten sie in der Innenstadt mit den zahlreichen Karnevalisten eine muntere Party. Auch die lokalen Größen haben sich vom Bazillus Karneval anstecken lassen. Allen voran Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die von der Hansekogge, dem jecken Boot des Närrischen Parlaments, mit beiden Händen reichlich Kamelle unter das Volk brachte. Unterstützt wurde sie von Ratsherren, denen das „Wesel, helau” locker und im Chor über die Lippen kam.

Party am Mathena-Kreuz, Party am Berliner Tor, aus den Boxen schallten die Hits, zu denen man einfach Schunkeln musste. Den Piraten, Feen und Eismännern war es hier egal, dass die Motiv- und Prunkwagen erst noch eine Runde am Kornmarkt machten. Hier wurde einfach die fünfte Jahreszeit gefeiert. Trotz Schnee und Eis. „So kalt ist es doch gar nicht”, sagte ein Jeck.

Von den Wagen regnete es Bonbons, schallte es „Wesel, helau”. Das Echo vom Straßenrand war mehrstimmig, ob alt oder jung, gestern waren alle jeck. Neben den bekannten Wagen, wie das Gefährt des Prinzenpaares mit Jens I. und Manuela I. oder der Festung Wesel, hatten die Karnevalisten einiges Neues zusammengeschraubt. Das stille Örtchen am Bahnhof, das viele vermissen, haben sie aufgegriffen. „Wesel wäre froh, hätte es ein Bahnhofsklo”, reimten die Jecken. Und die Toilettenfrau, die auf dem Wagen thronte, wartete nicht auf Münzen ihrer Kunden, sie verteilte Kamelle. Die Asbest-Sanierung des Rathauses haben die Jecken ebenfalls aufs Korn genommen: Fassadenasbest gibt der Stadt den Rest – so einfach ist Karneval.

Pfiffig sind die Kostüme der Fußgruppen: Die einen machten in Eselkostümen für den Weseler Taler Werbung, einige hatten das Thema Fußball aufgegriffen und andere bewegten sich als goldene Kugeln mit süßer Füllung durch die Innenstadt. Ein Hauch von Las Vegas brachte der Wagen des KVC und die ihn begleitende Fußgruppe. Die Fähre Quertreiber kann auch im Winter sinnvoll eingesetzt werden, und so hatten die Wikinger, die vom gelben Gefährt das Narrenvolk mit Kamelle belohnten, jede Menge Spaß. Olympia in Vancouver, das haben die Karnevalisten nicht auf dem Ticket, vielmehr freuen sie sich schon auf das nächste Sommermärchen. Fußball ist doch die schönste Nebensache der Welt, und er kann herrlich mit einer jecken Open-Air-Fete wie dem Rosenmontagszug verbunden werden. Werbung für den Fußball machte auch Manfred Müller, als selbst ernannter Prinz Manfred I., in einem Leoparden-Kostüm verteilte er von seinem Motivwagen Bälle und Bonbons.

Für das Prinzenpaar Jens I. und Manuela I. war es ein gelungener Abschluss ihrer Regentschaft. Sie genossen die Fahrt durch die Innenstadt, ebenso die kleinen Tollitäten Kinderprinz Yannick I. und Melina I. „Wir sind sehr zufrieden”, sagte CAW-Chef Fita Moshövel nachdem die Karnevalisten das Ziel erreicht hatten. Petrus hatte die Jecken nicht im Schnee stehen lassen. Pünktlich zum Start des Rosenmontagszuges wurde es besser, und ab und zu kam die Sonne sogar durch die Wolken. Besonders freuen konnte sich das Prinzenpaar des vergangenen Jahres: Ihr Motivwagen „wir fliegen immer noch” ist laut Jury der schönste Wagen des Zuges gewesen. Bei den Fußgruppen setzte die Jury die Las-Vegas-Jecken, die den KVC-Wagen begleiteten auf Platz eins.

Michael Turek

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