Einblicke ins Otto-Vorberg-Haus

Das Otto-Vorberg-Haus mit Frühlingsblumen.
Das Otto-Vorberg-Haus mit Frühlingsblumen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Einst war es eine Jugendherberge, jetzt beherbergt es sowohl Kanuten als auch Radler und andere Gäste. Das Gebäude ist allerdings in die Jahre gekommen.

Wesel..  Keine Frage, die Lage zwischen der Lippe und dem ehemaligen Treidelhafen ist unbeschreiblich schön. Keine Frage ist aber auch, dass das Otto-Vorberg-Haus des Kanuverbands NRW an der Lippe dringend eine Frischekur benötigt. Denn zeitgemäß ist es nicht mehr. Das räumt auch Ilka André ein, die sich hier seit acht Jahren gewissermaßen als Herbergsmutter sieht und mit Interesse die politische Diskussion um ein neues Jugendgästehaus in der Aue verfolgt.

Eine preisgünstige Unterkunft

Sie bietet über den Kanuverband Übernachtungsmöglichkeiten für 26 Personen an, untergebracht in vier Doppel- und sechs Dreibettzimmern, zusätzliche Matratzen gibt’s bei Bedarf. Alle sind spartanisch eingerichtet, könnten neue Möbel vertragen, und dass sich hier nur ein Waschbecken befindet, ist auch nicht jedermanns Sache. Toiletten und Duschen im Stil der 70er-Jahre befinden sich nämlich auf dem Flur. Doch das stört viele nicht, sagt Ilka André, die uns herzlich empfängt. „Sie sind froh, dass sie eine preisgünstige Unterkunft haben.“ Wer auf der Römer-Lippe-Route unterwegs ist, schläft schon einmal hier und freut sich, dass die Nacht nur 18 Euro kostet plus sechs Euro fürs Frühstück. Ab der zweiten Nacht wird es sogar noch drei Euro billiger. Ilka André ist die gute Seele des Hauses. Die Frau, die aus Duisburg-Baerl stammt und die Natur liebt, hat Diätassistentin gelernt und beköstigt ihre Gäste gern - sogar Vollpension ist buchbar.

Alles mögliche läuft hier, von der Trainerausbildung über Jugendleitertagungen bis hin zu Schulungen von Firmen und zu Familienfeiern. Auch Klassenausflüge haben das Haus häufig als Ziel. Ilka André macht vieles möglich, wenn es rechtzeitig angemeldet wird. „Du lebst den Job“, sagt sie, „da zählst du nicht die Stunden.“

Sie würde sich freuen, wenn hier mal jemand Geld in die Hand nimmt und auf diesem schönen Fleckchen Erde mit der Natur ringsherum etwas Schönes schafft. Die Bäder, den Balkon, neue Möbel und anderes mehr, nennt sie. „Mit wenigen Mitteln könnte man was Neues machen“.

Nicht nur die Zimmer wären dann ideal für junge Leute und für Radler, sondern auch der unten am ehemaligen Lippehafen gelegene Zeltplatz, der noch einige wenige Maulbeerbäume zu bieten hat, die von der einst so üppigen Seidenraupenzucht in Wesel übrig geblieben sind. Ein Grillplatz und eine Feuerstelle komplettieren das Gelände, von dem aus über eine Treppe die sanitären Anlagen im Otto-Vorberg-Haus zu erreichen sind.

Ilka André hätte sich über Besuch von der CDU gefreut, bevor sie den Vorschlag für ein neues Jugendgästehaus gemacht hat. Die Politiker seien nach wie vor herzlich willkommen. Die SPD kenne die Räume ja längst, schaue immer wieder mal vorbei und habe hier sogar schon gefeiert.

Öffentlicher Biergarten

Denn Ilka André betreibt auch eine Gaststätte. Dort gibt es im Normalbetrieb zwar nur Getränke und sonntags auch Kuchen, doch die Einrichtung ist vor allem in der warmen Jahreszeit sehr beliebt, wenn der Biergarten geöffnet hat. Bei einem kühlen Getränk lassen viele gerne den Abend auf einer der Holzbänke ausklingen, von denen man einen wunderbaren Blick auf die Lippeaue genießen kann.