Ein Teil Weseler Geschichte

Alexandra Kelemen, Schulleiterin Astrid Wahl-Weber, Anita Timmreck und Bauleiter Stefan Zenker (von links) vor dem gefundenen Mauerwerk.
Alexandra Kelemen, Schulleiterin Astrid Wahl-Weber, Anita Timmreck und Bauleiter Stefan Zenker (von links) vor dem gefundenen Mauerwerk.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Alte Mauern bei Bauarbeiten an der Böhlstraße gefunden. Die Arbeiten am Erweiterungsbau der Innenstadt-Grundschule soll das nicht verzögern.

Wesel..  Es ist eine spannende Entdeckung, die Arbeiter Mitte der Woche im Zuge der Erweiterung der Innenstadt-Grundschule machten: Bei den Ausschachtungsarbeiten stießen sie auf Reste alter Festungsmauern. In Wesel nichts Außergewöhnliches, wie Anita Timmreck vom Gebäudeservice der Stadt Wesel sagt. Schließlich war quasi das gesamte Stadtgebiet früher Festungsgelände, und bei Bauarbeiten tauchen immer wieder Reste alter Gemäuer auf. Aus archäologischer Sicht jedoch sind die aktuellen Funde trotzdem interessant, wie Alexandra Kelemen vom Team Bauordnung und Denkmalschutz hinzufügt. „Denn, was sie zeigen, sieht man nicht alle Tage.“

Es handelt sich bei den Mauerresten höchstwahrscheinlich um ein Teilstück einer Kasematte der sogenannten Bastion Sophia aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wie die Expertin erläutert. Eine Karte, die die Umrisse der alten Festung und das heutige Kataster übereinander legt, bestätigt dies. Das Ziegelmauerwerk lässt noch ganz deutlich das Dachgewölbe der Kasematte erkennen, ebenso Schießscharten und sogar die Aufhängung einer Tür, die seinerzeit Einlass in das Kasemattengewölbe gewährte. „So gut erhalten, dass man sogar die Türaufhängung noch erkennen kann – das habe selbst ich noch nie gesehen“, sagt Alexandra Kelemen.

Die Arbeiten am Erweiterungsbau der Innenstadt-Grundschule sollen durch den Fund dennoch nicht beeinträchtigt werden, wie Anita Timmreck sagt. Bereits am Donnerstag waren Grabungstechniker des Landschaftsverbands Rheinland vor Ort, um die Funde zu dokumentieren und einzumessen. Am Montag steht noch ein Termin mit dem Baugutachter und Statiker an, danach soll das Mauerwerk teilweise abgetragen und danach weiter gebaut werden.

Das sei das ganz normale Vorgehen bei einem solchen Fund, erklärt Alexandra Kelemen. „Die Mauern bleiben unter dem Gebäude erhalten Viele Häuser in der Stadt sind auf historischen Funden erbaut worden.“ Vorher sollen aber noch die Kinder der Innenstadt-Grundschule die Mauerreste ansehen und erfahren können, was da unter ihrer Schule liegt.