Ein Stück Stadtgeschichte
16.02.2010 | 17:21 Uhr 2010-02-16T17:21:00+0100Wesel. Er hat ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben, und das auf seine ganz eigene Art und Weise: Fast 30 Jahre lang gestaltete Heinrich Reginald Anschütz die Stadtorden für den Weseler Karneval.
Jahr für Jahr verarbeitete der Feldmarker aktuelle Themen in seinen kleinen Kunstwerken, erst vor deram Mittwoch endenden Session übergab der 83-Jährige diese Aufgabe an Jens Müller. Für seinen langjährigen Einsatz wurde Heinrich Reginald Anschütz am Dienstag mit einem Empfang im Ratssaal geehrt.
Viele ehemalige Prinzenpaare, die aktuellen Tollitäten Jens I. und Manuela I. sowie Vertreter aus Karnevalsvereinen, Politik und Verwaltung kamen ins Rathaus, um Anschütz gemeinsam mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp für sein Engagement zu danken. „Die Orden erzählen Stadtgeschichte, viel eindrücklicher als Archivberichte”, reimte die Verwaltungschefin. Sie erinnerte an zahlreiche Beispiele von Orden, mit denen Anschütz „liebevoll-ironisch auf seine Stadt blickte.”
1985 war etwa die Partnerschaft zwischen Wesel und Felixstowe Thema – dargestellt durch Vesalia, die innig Felix bützt. Kurz nach Ulrike Westkamps Amtseinführung als Bürgermeisterin wurde 2005 der Quertreiber eingeweiht, ihr Vorgänger Jörn Schroh hatte lange für die Einrichtung der Lippefähre gekämpft. Die gemeinsame partei- und legislaturperiodenübergreifende Einweihung wurde ebenfalls zum Motiv eines Karnevalsordens.
Heinrich Reginald Anschütz bedankte sich dafür, dass so viele Gäste in den Ratssaal gekommen waren. Er erinnerte, wie auch Ulrike Westkamp, an Kurt Kräcker, der den Weseler Stadtorden eingeführt hatte und Gerhard Rettinghaus, der ihn von 1960 bis 1981 gestaltet hatte. „Wie ich sehe, habt ihr einen würdigen Nachfolger für mich gefunden”, betonte Anschütz, nachdem er den diesjährigen Stadtorden erhalten hatte. „Das Motiv ist sehr schön.”
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