Ein Leben für den Tierschutz

Karin Semelink legt bei der Hydrotherapie nach Bein-oder Wirbelbrüchen selber Hand am Hund an.
Karin Semelink legt bei der Hydrotherapie nach Bein-oder Wirbelbrüchen selber Hand am Hund an.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die 52-jährige Pferdewirtin und Dogsitterin Karin Semelink aus Drevenack hat jetzt einen autobiografischer Roman veröffentlicht :Das 454 Seiten starke Buch „Quinta Eanna– Der Weg des Herzens“ ist im Oldigor Verlag erschienen.

Hünxe..  Den klassischen bürgerlichen Lebensweg hat diese Drevenackerin sicher nicht gewählt: Karin Semelink (52) ist im Dorf mit fünf älteren Brüdern aufgewachsen, ihre Mutter begeht Selbstmord als sie sechs ist.

Mit 15 bricht sie die Schule ab, lässt sich zur Pferdewirtin ausbilden. Jetzt ist ihr Buch „Quinta Eanna – Der Weg des Herzens“ erschienen, ein autobiografischer Roman.

Er zeigt, wo dieser Weg nach Stationen als Pferdewirtin und Dogsitterin sie hinführte: Nach Portugal, wo sie heute mit ihrem Partner Peter, zahlreichen Hunden, ein paar Pferden, Schweinen und Katzen auf dem Land lebt. All ihren Tieren ist es gemeinsam, dass sie ungewollt, vernachlässigt und gequält sind.

Ihr gemeinsames Leben haben Karin Semelink und Peter Lang dem Tierschutz verschrieben und leben damit ihren persönlichen Traum.

Ein wenig dreht sie mit ihrem Buch den ehemaligen Freunden in der Heimat eine Nase, die auf ihr Scheitern bereits Wetten abgeschlossen hatten. Das war 2002, als Karin Semelink ihre Arbeitsstelle aufgab, um ihrer nicht ganz unkomplizierten Liebe Peter auf seine Quinta Eanna zu folgen, einen Hof mitten im portugiesischen Nirgendwo.

Ihr Leben dort, die Herausforderungen, die Natur, die Verpflegung der zahlreichen Tiere und nicht zuletzt auch die Beziehung mit ihrem Partner sind Themen des Romans.

Wieso eigentlich Roman? Alles erfunden? „Mein Buch ist nicht fiktiv“, sagt Semelink, „auch nicht in Teilen“. Es beschreibe komplett ihr Leben, so wie es war - nicht erst seit Portugal.

Doch es ist nicht nur eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Semelink, die gelernte Pferdewirtin ist, als Bereiterin und Rennreiterin gearbeitet hat, rechnet ab, zum Teil mit mächtigen Menschen.

„Der Verlag bestand darauf, sämtliche handelnden Personen soweit zu verfremden, dass die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.“ Deshalb also Roman, damit der Erlös den Tieren zu Gute kommt, nicht den Anwälten.

Spannend ist das Leben in Portugal, mitunter auch lebensgefährlich, wie die Passage über das große Feuer anschaulich zeigt. Karin und Peter betreiben das Projekt Spikinet, päppeln die geschundenen Tiere auf.

Sie leben einfach, sogar ihre Kleidung ist gespendet - jeder Cent geht in Futter und Behandlung, Ersparnisse und Spendengelder. Auch der Erlös des Buches soll vollständig in die Arbeit fließen, der Rheder Verlag Oldigor legt pro verkauften Exemplars noch einen Euro an Spenden drauf.

Hungriges Rudel

Das Geld ist nötig: Das beinahe wild lebende Hunderudel – 50 bis 60 Tiere – frisst rund 24 Kilo Futter täglich. „Was wirklich immer wieder reinhaut, sind Arztkosten und Medikamente“, sagt sie.

Obwohl Portugal weit weg ist und Freizeit beinahe ein Fremdwort: Es gibt noch Wurzeln für Karin Semelink am Niederrhein. Dolly Buster und ihr Mann Dino beispielsweise, für die sie jahrelang gearbeitet hat, zählt sie zu ihren Freunden.

„Meine alte Lehrherrin Jutta Frank steht natürlich auch auf der Besuchsliste“, sagt sie. Wenn sie sich mal losreißen kann von der Quinta Eanna.