Ein (Kopf-)Baum für Wesel

Friedrich Hillefeld (links) und Ulrich Streich pflanzen die Weiden am Verwaltungssitz der ASG in Wesel.
Friedrich Hillefeld (links) und Ulrich Streich pflanzen die Weiden am Verwaltungssitz der ASG in Wesel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Friedrich Hillefeld pflanzte am Freitag zwölf Kopfweiden auf dem Gelände des städtischen Betriebs ASG. Es soll der Startschuss für Nachahmer sein.

Wesel..  Weiden hat Friedrich Hillefeld so einige in seinem Garten. Denn der Wappenbaum des Kreises ist typisch für den Niederrhein. Er sieht nicht nur schön aus, er ist auch noch nützlich. Und so geht der 68-Jährige mit gutem Beispiel voran und setzt seine eigene Idee um. Freitag war Pflanztag am städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straße, Grünflächen). Dort brachte Hillefeld unter Assistenz seiner Frau Marlies und in Begleitung von ASG-Werksleiter Ulrich Streich zwölf Kopfbäume in die Erde. Momentan sehen sie zwar noch nicht wie ausgewachsene Bäume aus, aber das kommt ganz sicher noch – wenn sie denn planmäßig angehen.

Eine Kanne Wasser am Tag

Ziel der Aktion und hoffentlich vieler weiterer, die folgen werden, ist eine ökologische Aufwertung und Bereicherung in Wesel. Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises unterstützte das Vorhaben und wählte die Bäume aus, deren Äste dafür geeignet sind. Die meisten haben vor der Pflanzaktion im Wasser erste Wurzeln gebildet, andere wurden angespitzt und mit dem Vorschlaghammer in die Erde gehauen, erläuterte Friedrich Hillefeld. Jetzt müsse man abwarten, ob dies funktioniert oder nicht. Eines bekommen auf jeden Fall anfangs alle: eine Kanne Wasser. Sind die Gewächse erst einmal verwurzelt kann man sich das sparen, wissen die Fachleute aus Erfahrung – selbst in heißen Sommern.

Beliebter Platz für Höhlenbrüter

Vier Weidenarten fanden auf dem ASG-Gelände Platz – eine chinesische Korkenzieherweide und vermutlich eine Salweide. Mehr weiß auch Friedrich Hillefeld nicht. Die Ableger von der Salweide stammen von einem im Sturm umgefallenen Baum am Weseler Wohnmobilstellplatz.

Üblicherweise setzt der Kopf eines solchen Baums in einer Höhe zwischen zwei und vier Metern an. An den Schnittstellen schlägt er mit sehr vielen Trieben aus. Der regelmäßige Schnitt erhöht die Lebensdauer des Gewächses. Denn häufig bricht es sonst auseinander. Alle zwei bis vier Jahre ist ein Schnitt in der Regel nötig, manchmal liegen auch längere Zeiträume dazwischen. Hillefeld rät dazu, bei Baumgruppen nie alle Triebe abzuschneiden, damit Höhlenbrüter wie Meise und Steinkauz eine Bleibe finden. Im Jahr des Schnitts sei ein Kopfbaum nämlich zunächst einmal ökologisch wertlos.

Die neben dem Versickerungsteich gepflanzten Weiden haben schon eine beachtliche Stärke, damit sie schnell zum Baum werden. Doch am idealsten seien etwa fingerdicke Äste, sagt der Initiator der Aktion, der mit blauer Latzhose und Käppi auf dem Kopf zur schweißtreibenden Arbeit erschienen war. Da brachte das Angießen mit dem Schlauch stets auch ein bisschen Abkühlung für den Pflanzherrn.

Prominenter Pate

Die Aktion „Ein (Kopf-)Baum für Wesel“ soll langfristig laufen. Bald wird ein prominenter Pate aktiv, heißt es. Doch das ist noch geheim.