Ein Klettergerüst für alle

Foto: Funke Foto Services

Hamminkeln..  Man sieht es dem Klettergerüst nicht an, aber in den bunten Seilen, die sich in einem riesigen Netz um die Stahlstange winden, steckt jede Menge Kaffee. Selbstverständlich nur rein symbolisch: Zwischen dem Beginn des Vorhabens und dem Zeitpunkt, bis das große Spielgerät in der vergangenen Woche auf dem Schulhof der Grundschule in Mehrhoog aufgestellt werden konnte, „lagen drei Nikolausmärkte und drei Einschulungen“, sagt die Vorsitzende des Grundschulfördervereins, Yvonne Hein, lachend.

Wie viel Kaffee an den sechs Terminen durch die Pumpsysteme der Thermoskannen gejagt wurden, lässt sich nur erahnen. Jedenfalls konnten der Verein und die Grundschule mit dem Verkauf - neben Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren und dem Grundschulzirkus vor zwei Jahren - den Großteil der Kosten von insgesamt rund 5000 Euro bestreiten. 3800 Euro sind so zusammengekommen. Den Rest gab die Stadt dazu. Sie kümmerte sich auch darum, das Klettergerüst aufzustellen und eine gut erhaltene Zweierschaukel daneben zu setzen, die der Bauhof von einem der insgesamt sechs stillgelegten Spielplätze in der Stadt mitbrachte.

Die Kinder sind begeistert

Damit ist der Schulhof für alle Kinder in Mehrhoog attraktiver geworden. Schließlich ist er auch nachmittags und an den Wochenenden geöffnet. Bislang waren dort ein Hangelgerüst und zwei Kletterstangen am Rand die einzigen Spielgeräte. „Sonst war hier nix“, sagt Schulleiterin Julia Sartingen. Versuche mit so genannten Spielkisten hätten nichts gebracht: „Am Ende war das Spielzeug daraus weg oder kaputt.“

Vor Ostern hatten Arbeiter bereits das Fundament gelegt. Nachdem es ausgehärtet war, konnte der Bauhof in der vergangenen Woche schließlich loslegen und das Gerüst aufstellen, das die Kinder sofort begeistert annahmen. „Manchmal sind fünf Klassen gleichzeitig drauf“, sagt Schulleiterin Sartingen, die in dem Klettergerüst auch einen Gewinn für die Inklusion sieht. Außerdem werde so dem Bewegungsdrang der Kinder Genüge getan.

Sinnvolle Investition

Und Sorge, dass das Netzkonstrukt unter dem Gewicht all der Kinder nachgebe, müsse man auch nicht haben. Schließlich sei es ja Tüv-geprüft, so Yvonne Hein. „Wie es sich gehört.“

Für die Vorsitzende des Fördervereins ist das Klettergerüst auch „endlich ein deutlich sichtbares Zeichen für unsere Arbeit“. Schließlich spiele sich der Großteil der Vereinsarbeit im Hintergrund ab, etwa durch Finanzierung von Lernmitteln oder von Klassenfahrten. Mit diesem Klettergerüst werde nun deutlich, dass man Spenden und Sponsorengelder auch sinnvoll einsetze.

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