Ein Kämpfer für ältere Menschen

Willi Trippe in der Weseler Fußgängerzone.
Willi Trippe in der Weseler Fußgängerzone.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Willi Trippe aus Wesel gehört nun drei Vorständen der AG 60plus an. Seit kurzem ist er auch Vorsitzender in der Region Niederrhein, die viele Kreise und Städte umfasst.

Wesel..  Wilhelm Trippe ist Sozialdemokrat durch und durch. Schon bei den Jusos in seiner Heimatstadt Dortmund war er aktiv, später saß er dort als sachkundiger Bürger im Rat. Seit 18 Jahren schließlich ist er in der Weseler Politik zu Hause. Keine Frage war es dann für den heute 68-Jährigen, sich auch für die Belange der Senioren einzusetzen. Denn eines hatte sich der Wahl-Weseler schon früh geschworen: „Niemandem soll es einmal so dreckig gehen, wie es mir damals ging“. Mit damals meint Trippe, den alle nur Willi nennen, seine Kindheit und Jugendzeit. Sein Vater hatte im Krieg ein Bein verloren, so dass er als ältester von fünf Kindern zu großen Teilen dessen Rolle übernehmen musste - Hühner schlachten inklusive. Oft gab es nicht genug zu essen und die körperliche Arbeit blieb an ihm hängen. Seinen Vater begleitete er damals auch in eine Notunterkunft. Dort sah er das, was ihn fürs Leben geprägt hat.

Willi Trippe wurde zum Kämpfer, für den die Weseler Politik zunächst ein Stück Fremde bedeutete. Denn in Dortmund habe eine ganz andere Hackordnung geherrscht, sagt er. „Hier wird doch nur mit Wattebäuschchen geschmissen“, schildert er die Situation vor Ort.

Doch jetzt blickt er ja an vielen Stellen über den Tellerrand hinaus, vertritt die Interessen von rund 18 000 SPD AG 60plus-Mitgliedern. Ab 25. Juni werden die Vorstandssitzungen unter seiner Regie in Duisburg ein bisschen anders aussehen als bislang. Nicht nur Rechenschaftsberichte aus den Unterbezirken soll es dann geben, sondern auch Besuch von Fachleuten, die zu relevanten Themen referieren. Horst Vöge aus Dinslaken, ehemaliges SPD-Landtagsmitglied und Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Niederrhein, kommt, um über Altersarmut und Schwerbehinderung zu sprechen.

Zwei Tage später folgt die Landesdelegiertenkonferenz in Gelsenkirchen. Dort möchte Trippe einiges auf den Weg bringen. So geht es um die flächendeckende ärztliche Versorgung, um Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen, um eine ausreichende Anzahl von Pflegekräften bei einer besseren Entlohnung, um das Ende der Billiglöhne, damit Altersarmut vermieden wird, und um höhere Renten, wobei die Rentenbeiträge nicht sinken dürften. Eine weitere Forderung ruft nach einem Seniorenmitwirkungsgesetz, damit Seniorenbeiräte nicht nur empfehlend wirken können, sondern ein Mitspracherecht erhalten. Und die SPD-Senioren möchten eine Änderung des Bestattungsgesetzes dahingehend, dass die Urnen mit dem Überresten verstorbener Angehöriger nach Hause genommen werden dürfen. Zum einen sei dies aufgrund der persönlichen Nähe wünschenswert, zum anderen eine Kostenfrage. Nicht alle könnten sich die Friedhofsgebühren leisten.

Die AG 60 plus mischt aber auch bei vielen anderen, nicht altersspezifischen Themen mit. Drei Forderungen: Fracking verbieten, das Freihandelsabkommen sofort stoppen und die Kommunen finanziell entlasten.

Willi Trippe kann sich über mangelnde Arbeit jedenfalls nicht beklagen. Einen Antrittsbesuch bei einem SPD-Unterbezirk hat er bereits hinter sich, viele weitere werden in der nächsten Zeit folgen.