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Bürgermeister Mike Rexforth und die engagierten Ehrenamtler.
Bürgermeister Mike Rexforth und die engagierten Ehrenamtler.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sieben Ehrenamtler sorgen dafür, dass die Schermbecker Bücherei erhalten bleibt

Schermbeck..  Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von sieben Schermbeckern wäre die Gemeindebücherei an der Weseler Straße bereits geschlossen. Nach dem Wechsel der ehemaligen Leiterin Maria Warmers in den Ruhestand hätte sich der Betrieb allein mit den beiden Hauptamtlichen Monika Schlebusch und Eva Saaber nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Bürgermeister Mike Rexforth stellt klar: „Das ist völlig undenkbar.“ Umso mehr freut er sich gemeinsam mit Berthold Schmeing (im Rathaus auch für die Bücherei zuständig) über die freiwillige und unbezahlte Hilfe.

„Wie geht es weiter?“, diese Frage haben sich Warmers und Rexforth Ende vergangenen Jahres gestellt. Namen möglicher Helfer kamen ins Spiel, andere wie Steffen Sondermann meldeten sich bei der Gemeinde und äußerten ihr Interesse. Aus den erhofften fünf Ehrenamtlichen sind inzwischen sieben geworden: Neben Sondermann gehören Karin Ufermann, Marlies Erwig, Walburga Eifert, Martina Klobusch, Beate Seiffert und Kerstin Kühnert dem neuen Team an.

„Lasst uns erstmal starten“, habe man sich gesagt, so Rexforth. „Die Grundmotivation ist da“, ist er überzeugt. Er sei sehr froh, dass das „Licht in der Bücherei noch an ist“. Die Ehrenamtlichen sieht der Bürgermeister als „echte Mitarbeiter und Kollegen“, die bei der kommenden Feier an Weiberfastnacht im Rathaus ebenso willkommen seien wie die Hauptamtlichen.

„Das mache ich. Ich bin sofort dabei“ beschreibt Marlies Erwig ihre Motivation. „Das ist eine schöne Abwechslung“, sagt Walburga Eiffert, die neben ihren Aufgaben als Hausfrau und Oma Zeit für die Bücherei findet. Eines eint alle Helfer: Sie lesen sehr gerne.

Ein Hauptamtlicher soll während der Öffnungszeiten immer dabei sein, denn wegen interner Sicherheitsvorgaben sei der Betrieb nur mit zwei Leuten möglich, ergänzt der Bürgermeister. Eine gewisse Flexibilität werden die Freiwilligen mitbringen, aber die Gemeinde werde auf ihre Interessen Rücksicht nehmen. Ehrenamtlichen könne man nicht begegnen wie etwa Angestellten. Alle Beteiligten rechnen damit, dass es in der Startphase Anlaufprobleme geben könnte. Diese sollen dann besprochen, nach Lösungen gesucht und die Dinge „ein bisschen ausgefeilt“ werden.

„Es gibt einen festen Leserstamm“, sagt Rexforth und Schmeing nennt Zahlen. Zwischen 350 und 400 Leseausweise habe die Gemeinde herausgegeben, bis zu 30 000 Ausleihen gebe es im Jahr. Eine neue Software mache es unmöglich, genauere Zahlen zu nennen, ergänzt er. Die Ziele bleiben: „Wir wollen das Buch nach vorne bringen.“ Rexforth möchte die Bücherei „langfristig erhalten.“

Rund 4500 Euro stehen als gedeckelter Betrag im Haushalt für Neuanschaffungen zur Verfügung. Das sei „recht wenig“, meint Schmeing. Rund 15 000 Bücher sind im Bestand. Hinzu kommen CDs, DVDs, Zeitschriften, Hörbücher und (noch) Kassetten. Der Gesamtbestand liegt bei 22- bis 24 000 Medien. „Jedes Genre wird abgedeckt“, sagt Saaber. Regionalkrimis, Biografien und Bestseller gingen besonders gut.