Ein Griff in die Schublade

Wesel..  „Es bleiben Spuren“ heißt die neue Ausstellung im Waldhotel Tannenhäuschen – zum einen Graphitspuren auf einem Blatt Papier, aber auch „Spuren, die das Leben hinterlassen haben“, erklärt Künstlerin Eva Konstanze Korn. „Ich zeichne keine geschönten Figuren, sondern ich suche das Wesen in der Person“ – und in der Natur.

Ein wilder Mix aus Aktzeichnungen und Werken von Bäumen, Sträuchern, Blumen und Vögeln ist das Ergebnis – mal einfarbig, mal bunt. Die einen eher ausgearbeitet, detailreich, andere wiederum expressiv, aus dem Moment heraus. Im Tannenhäuschen hängt nun eine Auswahl ihrer vielen Zeichnungen. „Ein Griff in die Schublade“, nennt die Künstlerin ihre Auslese.

Die Wahl fiel da zum Beispiel auf das Bild „Phönix“: ein abstürzender roter Vogel. Ein Werk, das auf den ersten Blick so eindeutig wirkt und doch viele kleine Elemente in sich versteckt: kleine Vögel, ein kleines Männchen, das über den Wolken hervorlugt und eine Frau auf einem Schwan. Etwas in ihren Bildnissen entdecken, das sei ihr wichtig. „Dadurch werden die Werke spannend“ – durch kleine Zeichnungen, die sie in ihren malerischen Werken aus Acrylfarben, weißer Kreide, Aquarell und Tusche versteckt.

Ihre Aktzeichnungen sind direkter, „das Maximale durch das Wesentliche ausdrücken“, sagt sie dazu. Mit wenigen Strichen bringt sie die Umrisse eines nackten Menschen zu Papier, spielt mit dem Licht und kohl-schwarzen Linien. Ihr Arbeitsmaterial: oft übrig gebliebene Kohle aus dem Kamin. So könne sie freier arbeiten, ihre Zeichnungen wild arrangieren, „dadurch bekommt es etwas Belebtes“.

Mit einer Vernissage am Sonntag, 21. Juni, bei der auch Eva Konstanze Korn anwesend sein wird, eröffnet die Ausstellung im Tannenhäuschen. Sie ist eintrittsfrei und jederzeit bis zum 11. Oktober 2015 zu besuchen.

Eva Konstanze Korn stellt schon seit vielen Jahren aus, angefangen habe alles in einer Buchhandlung in Bielefeld vor gut 25 Jahren, gezeichnet habe sie allerdings schon seit ihrer frühsten Kindheit. Seit drei Jahren hat die geborene Weselerin, die in Voerde aufgewachsen ist und lange Zeit in Dinslaken wohnte, einen eigenen Buchladen an der Brückstraße.