Ein ganz normaler Tag für den Handel

Für die meisten Geschäfte in der Weseler Innenstadt ist der Donnerstag-Abend kein besonderer mehr.
Für die meisten Geschäfte in der Weseler Innenstadt ist der Donnerstag-Abend kein besonderer mehr.
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Was wir bereits wissen
Der „Lange Donnerstag“ funktioniert mit dem geltenden Ladenöffnungsgesetz nicht mehr, beobachten Weseler Geschäftsleute. Im Centro in Oberhausen wird das Modell hingegen wieder eingeführt.

Wesel..  Bis 20.30 Uhr einkaufen - das war Ende der 80er Jahre, als der erste „Lange Donnerstag“ angeboten wurde, noch etwas ganz Außergewöhnliches und Besonderes. Schließlich galt damals noch das Ladenschlussgesetz, nach dem Geschäfte unter der Woche sonst nur bis 18.30 Uhr und samstags bis 14.30 Uhr öffnen durften. Mittlerweile sind ausgedehntere Öffnungszeiten im Einzelhandel längst zur Normalität geworden. Den „Langen Donnerstag“ gibt es genauso wie das Ladenschlussgesetz nicht mehr – oder etwa doch? Im Oberhausener Centro zumindest wird er nun wieder eingeführt. Ein Modell, das auch in Wesel funktionieren könnte?

Späte Beratungsgespräche

„Nein“, sagt Philippe Tenhaeff, der Vorsitzende der Weseler Werbegemeinschaft. „Frequenzmessungen in der Innenstadt zeigen, dass nach 19.30 Uhr nicht mehr viel los ist.“ „Eine längere Öffnung am Donnerstag wäre da nicht sinnvoll.“ Der Tag sei im Handel mittlerweile zu einem ganz normalen Tag geworden. Angesichts generell längerer Öffnungszeiten würden auch Aktionen wie das „Moonlight Shopping“, das es mal in Wesel gab, keinen Sinn mehr machen und seien deshalb abgeschafft worden.

Nur in anderen Dienstleistungsbranchen wie etwa in Kreditinstituten spiele der „Lange Donnerstag“ noch eine Rolle, bestätigt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein, Wilhelm Bommann. Dort gelten an diesem Tag manchmal andere Zeiten oder werden späte Beratungsgespräche angeboten. „Im Handel ist das gar kein Thema mehr, und ich kenne in der Region nicht einen Händler, der dann länger öffnet.“

„Der Donnerstag ist bei uns mit der umsatzstärkste Tag“, beobachtet Kaufhof-Geschäftsführerin Astrid Vogell trotzdem. Mit dem „Langen Donnerstag“ habe das allerdings nichts zu tun, denkt sie. „Darüber wird so gut wie nicht mehr geredet. Viele vor allem jüngere Kunden können sich gar nicht mehr so richtig daran erinnern.“ Dass an Donnerstagen im Kaufhof mehr zu tun ist als etwa freitags, erklärt sich Astrid Vogell vielmehr damit, dass viele Kunden zum Start ins Wochenende andere Pläne haben als einzukaufen. Weitere Händler der Weseler Innenstadt wie etwa Marc Haffke oder auch Philippe Tenhaeff beobachten hingegen keine Unterschiede im Kundenzulauf an Donnerstagen.

Grundsätzlich seien Montag und Dienstag die umsatzschwächsten Tage, weiß Wilhelm Bommann. Zum Wochenende hin werde der Betrieb in den Geschäften generell größer.