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Der Leiter des Onkologischen Zentrums Dr. Wolfram Kalitschke (Mitte) mit der Leiterin des Gynäkologischen Krebszentrums Dr. Susanne Findt  und dem Leiter des Darmzentrums Dr. Olaf Hansen.
Der Leiter des Onkologischen Zentrums Dr. Wolfram Kalitschke (Mitte) mit der Leiterin des Gynäkologischen Krebszentrums Dr. Susanne Findt und dem Leiter des Darmzentrums Dr. Olaf Hansen.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Onkologische Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Wesel wurde zertifiziert.

Wesel..  Diagnose Krebs: Diese Worte vom Arzt zu hören, ist wohl für jeden Patienten erst einmal wie ein Schlag ins Gesicht. Da gilt es dann, mit der neuen Situation umgehen zu lernen, die bestmögliche Behandlung, aber auch Halt und Begleitung zu bekommen. In dieser schwierigen Situation ist es hilfreich, die nötige Unterstützung möglichst gebündelt an einem Ort zu finden und keine langen Wege in Kauf nehmen zu müssen. Für Tumor-Patienten aus Wesel und Umgebung ist das im Evangelischen Krankenhaus an der Schermbecker Landstraße möglich. Gerade wurde die Klinik als Onkologisches Zentrum zertifiziert.

Das Krankenhaus habe damit ein großes Ziel erreicht, freut sich Geschäftsführer Rainer Rabsahl. Der Prozess, der dahin geführt habe, laufe aber bereits seit rund zehn Jahren. Einer der wichtigsten Aspekte sei dabei das Aufbrechen von Sektorgrenzen und Schaffen einheitlicher Strukturen gewesen, heißt es. So treffen sich Experten verschiedener Disziplinen etwa einmal in der Woche zu interdisziplinären Tumorkonferenzen, um sich auszutauschen, Fälle von Patienten zu besprechen und die weitere Vorgehensweise in der Behandlung abzustimmen.

Kurze Wege

Um die 1200 Tumorpatienten werden jährlich im Evangelischen Krankenhaus stationär behandelt, schätzt Dr. Wolfram Kalitschke, der das Onkologische Zentrum leitet. Hinzu kommen Chemotherapien sowie ambulante Behandlungen. Allein im Kreis Wesel werden rund 2500 neue Krebsdiagnosen pro Jahr gestellt, wissen die Experten. „Und das nächste zertifizierte Onkologische Zentrum ist etwa 50 Kilometer entfernt“, betont Rainer Rabsahl. Entsprechend groß ist der Einzugsbereich des Evangelischen Krankenhauses. „Der reicht etwa von Duisburg bis nach Emmerich und Borken. Wir freuen uns natürlich über einen großen Einzugsbereich“, sagt Rabsahl. „In erster Linie möchten wir aber natürlich auch den Patienten aus Wesel kurze Wege bieten.“

Neben Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen sowie Pflegekräften gehören etwa auch Psychoonkologen, Pathologen und Radiologen sowie Verwaltungsmitarbeiter zum Team des Onkologischen Zentrums. Zudem gibt es eine enge Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten. Unter der Dachorganistation des zertifizierten Tumorzentrums Wesel sind neben dem Onkologischen Zentrum auch das zertifizierte Darmzentrum, das zertifizierte kooperative Brustzentrum sowie das bestehende, aber noch nicht zertifizierte gynäkologische Krebszentrum. Die Behandlung von Krebspatienten sei mittlerweile einer der Schwerpunkte des Evangelischen Krankenhauses geworden, sagt Rainer Rabsahl.