Ein Film mit den Nabu-Kindern

Vorsichtig hält Mia (weißes T-shirt) die Füße des Vogels. Gleich darf sie ihn vor laufender Kamera in die Freiheit entlassen.
Vorsichtig hält Mia (weißes T-shirt) die Füße des Vogels. Gleich darf sie ihn vor laufender Kamera in die Freiheit entlassen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim professionellen Dreh in der Naturarena spielte ein Steinkauz die Hauptrolle für die jungen Naturfreunde. Der Streifen soll bundesweit gezeigt werden

Wesel..  „Er hat sich toll angefühlt, ganz weich...“ Ein wenig schüchtern spricht Mia, denn ein großes Mikrofon hört quasi mit. Gerade durfte das kleine blonde Mädchen einen Steinkauz freilassen. Als wisse die Eule, was von ihr erhofft wird, startet sie von der offenen Kinderhand in Richtung Kamera, bevor sie in einer Hecke verschwindet. Es ist heiß in der Naturarena am Bislicher Stromturm und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) lässt einen professionellen Werbefilm für sich und den Naturschutz drehen.

Drei Stunden für 20 Sekunden

Bevor die Kinder zum Einsatz kommen, spricht Nabu-Kreisvorsitzender Peter Malzbender geduldig seinen Text ein. Jeden Satz wiederholt er, mindestens viermal. „Zwei davon sind zu gebrauchen“, meint Filmprofi Hans Hausmann, der zusammen mit Kay Eggert von der Kölner Produktionsfirma „blick4“ den Streifen über die Umweltarbeit und -pädagogik dreht. Drei Minuten wird er lang sein, maximal 20 Sekunden davon kommen aus der Naturarena. Um die „in den Kasten“ zu bekommen, arbeitet das Team drei Stunden lang, die Kinder kommen erst nach 90 Minuten dazu. Und sie sind begeistert von dem kleinen Vogel. 1500 Brutpaare des Steinkauzes gibt es in den Kreisen Wesel und Kleve. „Das sind 75 Prozent des gesamten Bestandes in NRW“, sagt Peter Malzbender. Der Vogel, der jetzt wieder in die Freiheit entlassen wurde, war verletzt, die Aktiven der Wildvogelstation haben ihn wieder aufgepäppelt.

Mia ist seine Patin, der Kauz - es ist tatsächlich ein Weibchen, die Männchen sind noch deutlich kleiner – heißt jetzt Mia. Ihm wird’s Recht sein, Hauptsache weg. „Freiheit ist das größte für so einen Wildvogel“, erklärt Umweltpädagogin Gundula Kerekes den Kindern. „Es ist der hübscheste Vogel, den ich je gesehen habe“, staunt Jolina. Als er weg ist, soll Mia sagen, wie sie das findet. Sie zögert. „Eigentlich ist das schön für ihn“, erklärt sie dem Mann mit dem großen Mikro. „Aber ich fand es schade...“ Alle hätten das Tierchen gern behalten.

Die Filmer Hans Hausmann und Kay Eggert sind geduldig und gelassen. Meist lassen sie die Jungen und Mädchen einfach machen, die Kamera als stiller Beobachter. Auch, als die Gruppe später mit Keschern und Becherlupen ausgerüstet „tümpelt“, Libellenlarven und allerlei Getier aus dem Teich holt. Eifrig diskutieren Jungen und Mädchen ihre Beute, können Erstaunliches darüber erzählen. Etliche unter ihnen sind bereits erfahrene Nabu-Naturdetektive. Ihre Begeisterung soll anstecken – der Film wird bundesweit für die Arbeit des Nabu werben.