Ein feierliches Gesamtkunstwerk

Das Catasia-Streichquartett bei den Bislicher Konzertsonntagen von Pro Musica in der St.-Johannes-Kirche.
Das Catasia-Streichquartett bei den Bislicher Konzertsonntagen von Pro Musica in der St.-Johannes-Kirche.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Streichquartett „Catasia“ spielte sich bei seinem Konzert in Bislich in Herz und Seele des Publikums.

Wesel..  Leicht und froh startete die 23. Saison der Bislicher Konzertsonntage mit dem Streichquartett „Catasia“. Über den ersten von insgesamt sieben Konzertsonntagen in der Bislicher St.-Johannes-Kirche in unmittelbarer Nähe zum Deich freuten sich rund achtzig interessierte Konzertbesucher und die Organisatorinnen Renate Droste und Lydia Greef mit ihrem Team.

Bis Dezember wird es, immer am ersten Sonntag im Monat, einen besonderen musikalischen Vortrag geben. Die ersten Töne, die die angenehm volle und klangstarke Akustik der Kirche aufblühen ließen, stammten aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791). Das Streichquartett Catasia spielte das als „Jagdquartett“ bekannte Werk in B-Dur (KV 458). Auf der Violine brillierten Angelo Bard und Clemens Ratajczak, die beide Mitglieder der Essener Philharmoniker sind.

Mit dem Spiel auf der Viola bereicherte Alexander Senazhenski das Konzert. Am Violoncello strich Jan Bauer mit Dramatik und Energie, der sonst beim Staatsorchester Braunschweig spielt. Harmonisch, voller Spielfreude und mit unterstützender Körperarbeit überzeugten die Instrumentalisten mit den ersten vier Sätzen des Konzertsonntags das Publikum, das mit einem ersten lauten Applaus antwortete.

Nach der Pause entführte das Quartett, nun als Quintett – denn jetzt spielte Johannes Schittler an der Soloklarinette mit – in die musikalische Welt von Johannes Brahms (1833 – 1897). Schittler, der ebenfalls bei den Essener Philharmonikern mitwirkt, sprang für den angekündigten, aber leider verhinderten Harald Hendrichs ein. Das Klarinettenquintett in h-moll (op. 115) bot in seinen fünf Sätzen, auch und besonders wegen der feinsinnigen Spielweise der fünf Soloinstrumentalisten, sicherlich den Höhepunkt des Konzertes. Die Töne der Klarinette tauchten in den Klang der vier Streicher ein, reckten sich wieder empor und übernahmen zeitweise die Führung. Vergänglich, schön und ergreifend füllten die Töne den Kirchenraum, fanden den Weg in die Ohren des Publikums und erfreuten Seele und Herz.

Wie eine innige Umarmung tiefe Emotionen freisetzen kann, so erzeugte die Musik von Maurice Ravel (1875 – 1937) angenehme Gänsehautstimmung, mit der die begeisterten Konzertgäste in die Pause gingen. Wie eine weitschweifige und klanggewaltige Filmmusik, die einem Epos gleicht, ließen Bard, Ratajczak, Senazhenski und Bauer mit ihren Streichinstrumenten die Seele von Ravels Musik (Streichquartett F-Dur) frei. Absolut überzeugend in ihrem Spiel wirkten die Dynamikelemente, die mit viel Gefühl und Kraft – wann immer gefordert – jede einzelne Note zum Erlebnis und das ganze Konzert zu einem feierlichen Gesamtkunstwerk werden ließen.