Ein Esel ganz chic in Strick
15.02.2012 | 18:50 Uhr 2012-02-15T18:50:00+0100
Wesel. Museumsgrautier im Centrum fiel „guerilla knitting“ zum Opfer, um auf die anstehende große Textil-Ausstellung hinzuweisen.
Die lausige Kälte ist erst einmal vorbei. Aber wer weiß, was noch kommt. Der Esel im Eingangsbereich des Städtischen Museums im Centrum ist für alles gewappnet. Jetzt wurde er „eingestrickt“.
Ganz bunt, was zudem gut zum Karneval passt. Dass er dabei brav still gehalten hat, hängt auch damit zusammen, dass er eine ehrenvolle Aufgabe übernimmt: „Wolli“ - diesen Spitznamen hat er jetzt weg - weist auf die große und vielseitige Textilausstellung hin, die hier am 26. Februar eröffnet wird.
„Guerilla knitting“ nennt sich eine Bewegung, die aus den USA kommt und so spontan ist wie der Flashmob. Da tun sich Menschen zusammen und umsticken oder umhäkeln geradezu überfallartig irgendwelche Gegenstände - Fahrräder, Autos, sogar Busse. In Wertherbruch war es im Vorjahr ein Geländer, und auch in Wesel war’s ein paar Nummern kleiner. Dr. Karin Thönnissen, Kuratorin der Ausstellung, wollte eigentlich den Faden eines Wollknäuels sich quasi als Wegweiser in die Ausstellung schlängeln lassen. Aber da hätte jemand stolpern können. So scharte sie die Damen ihrer Krefelder Strickrunde um sich, um dem Esel ein wollenes Kleid zu verpassen.
Stulpen von der Tante
Einiges wurde dafür zweckentfremdet: ein Schal, die nicht passenden Stulpen der Tante, ein angefangener Pullover. Der Rest wurde vor Ort gestrickt, wo Gisela Krause mithalf, dem Tier - zwei Meter lang, mit 1,70 Meter Bauchumfang - Hufschoner und Ohrwärmer überzuziehen.
Zur Ausstellung „Auf Tuchfühlung“ zeigt die Stadt Wesel erstmals ihre textilen Schätze aus dem Depot. An „700 Jahren textiler Vielfalt am Niederrhein“ beteiligt sind zudem vier namhafte Museen aus der Region.
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