Ein Chaos wird nicht erwartet
19.04.2010 | 20:39 Uhr 2010-04-19T20:39:00+0200Wesel.Nein, ein Chaos wird es an den Gymnasien nicht geben, wenn nach den Sommerferien plötzlich zwei Elfer-Jahrgangsstufen sich auf den Weg zum Abitur machen. Davon sind die Direktoren der beiden Weseler Gymnasien überzeugt.
Ohne Probleme wird es aber nicht gehen, wenn die als Turbo-Abi bekannte NRW-Schulreform in die Praxis umgesetzt wird. Die jetzigen Neuner überspringen die zehnte Klasse und sind ein Jahr früher als bisher in der Oberstufe. Hinzu kommt der „normale“ Elfer-Jahrgang. Die Reform beschert dem Andreas-Vesalius-Gymnasium zusätzliche Lehrerstellen. Weil der Schüler-Lehrer- Schlüssel geändert wurde, kann Direktor Jürgen Berner noch zehn zusätzliche Lehrer einstellen.
Das ist aber gar nicht so einfach. „Ich hoffe, dass ich die Leute bekomme“, so Berner im Gespräch mit der NRZ. Für die Fächer Informatik und Mathematik sind kaum Lehrer zu bekommen, schwierig ist es auch für das Fach Englisch. Auch sein Kollege vom Konrad-Duden-Gymnasium (KDG), Dr. Heinzgerd Schott, darf Stellen besetzen. Vier sind es vier an der Zahl, doch der Lehrermarkt ist zurzeit leergefegt. Seine Hoffnungen ruhen auf Referendaren, die jetzt mit der Ausbildung fertig werden.
Ansonsten muss geschaut werden, welche Kurse dem Doppel-Elfer-Jahrgang angeboten werden können und welche nicht. Für Jürgen Berner gibt es noch eine Alternative: Unter Umständen fällt Unterricht in der Sekundarstufe I aus, damit er genügend Lehrer für die Oberstufe hat.
Damit am AVG alle Schüler des Jahrganges Elf mit Unterrichtsmaterial ausgestattet werden können, werden Sonderschichten am Kopierer gemacht. Schon am Anfang diesen Schuljahres musste so verfahren werden, weil die Bestellung der Schulbücher schief gelaufen war. Mit diesem Problem hat das KDG nicht zu kämpfen.
Genügend Räume
sind vorhanden
„Wir werden eine ausreichende Anzahl von Bücher vorhalten“, so Schott. Mit dem Schulträger seien Titel und Anzahl abgesprochen. Der hat die Bestellung europaweit ausgeschrieben. Kein Problem wird es bei den Räumen geben. Es werden ja nicht zusätzliche Schüler hinzukommen. Am AVG besuchen 183 Schüler die Klasse zehn, sie werden zusammen mit den jetzigen Neunern, 125 Mädchen und Jungen, den Elfer-Jahrgang bilden. Wobei, so Schott, die Turbo-Abiturienten eine andere Ausbildungsordnung haben. Das sei besonders bei Beratungsgesprächen zu beachten.
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