Ein Blick in die Nordbrocker Mühle

Foto: Funke Foto Services

Hamminkeln..  Anlässlich des jährlichen Mühlentages hatte der Heimatverein Dingden auch die Turmwindmühle Nordbrock geöffnet. 1844 bis 1846 wurde sie nach holländischem Vorbild erbaut und war bis zum Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Während der Luftangriffe diente sie der Nachbarschaft als Schutzraum. Heute hat der Heimatverein Dingden das Nutzungsrecht und öffnet die Mühle einmal im Jahr. Außerdem kümmert er sich um die Instandhaltung. So wurde vor ein paar Wochen dank einer Spende ein neues Geländer angebracht.

Zum Mühlentag kamen Zuschauer aus der ganzen Umgebung, die einen Blick in die Mühle und auf die noch völlig intakte Technik werfen wollen. „Letztes Jahr hatten wir sogar 200 Besucher“, erzählte Anton van Stegen vom Heimatverein. Ehrenamtlich zeigt er mit viel Begeisterung die Mühle und weiß so einiges zu berichten, wie damals der Mühlbetrieb vonstatten ging.

Das erste, was der Müller am Morgen tat, war einen Finger in die Luft zu halten und zu gucken woher der Wind kam. Danach wurde mit Hilfe der Kruystatt die Flügel in die richtige Richtung austariert. Dann konnte der Betrieb starten. Drei Mahlgänge wurden parallel in der knapp zwanzig Meter hohen Mühle durchgeführt. Ob das Mehl fertig war und abgeholt werden konnte, sahen die Bauern aus der Nachbarschaft an der Stellung der Flügel.

Wilhelm Hufe berichtete von einem Erlebnis aus seiner Kindheit als eine neue Achse in die Turmkuppel eingesetzt wurde. Der 80 Zentner schwere Holzbalken wurde mit Hilfe von Flaschenzügen und jeder Menge Mannskraft hochgezogen. „Das war ein Ereignis, jeder war dabei und hat zugesehen“, erzählte der Dingdener.