Ein besonderes kulturelles Kleinod
02.09.2007 | 12:05 Uhr 2007-09-02T12:05:32+0200PREMIERE. Das Festival im Diersfordter Schloss vermittelte Atmosphäre und Nähe und zeigte ein großes Potenzial auf.
WESEL. Immer mehr mausert sich Diersfordt zum "Kulturort" mit einem ganz besonderen Flair. Am Samstag unterstrichen die Diersfordter dies gleich mit einem ganzen Festival - dem ersten Schloss- und Kulturfestival. Die Premiere gelang: Rund 250 Besucherinnen und Besucher genossen die lauschige Atmosphäre im Schlossinnenhof.
Die Zusammenstellung des Programms sprach Liebhaber verschiedener musikalischer Stilrichtungen an. Dass man auf hiesige Akteure setzte, trug zur Nähe bei und zeigte auch in dieser Hinsicht die Stärke der eigenenen Potenziale auf. Sie alle verlangten keine Gage,weil die Einnahmen der Anschaffung einer neuen Orgel für die Schlosskirche dienen.
Warm war es nicht, aber alle miteinander sorgten für eine Atmosphäre wie in südlichen Regionen. Gebäude und Musiker wurden durch Strahler dezent in Szene gesetzt. Vor der Kirchenpforte schien Gitarrist Tristan Angenendt die Welt um sich herum zu vergessen. Er spielte die Ungarische Fantasie von Johann Kaspar Mertz und sowie Invocación y danza des spanischen Komponisten Rodrigo Joaquin virtuos. Das Publikum applaudierte ihm lange.
Nicht weniger enthusiastisch reagierten die Zuhörer auf die Bigband Young People und insbesonere deren Solisten. Bei "What a wonderful world" (Lothar Berger, Gesang), "Sing, Sing, Sing" (Christian Hülsmann, Schlagzeug) und "Against all odds" (Thomas Müller, Saxophon), brillierten einige von ihnen. Die ewig junge Brüner Truppe bot eine breite Palette bester Unterhaltung.
Das Gitarrentrio "Acoustic Matters" mit Felix Raupp, Peter Palberg und Lokalmatador Felix Winkelhausen brachte Eric Clapton und Bryan Adams nach Diersfordt. Raupp und René Schoofs, ebenfalls Gitarrist, starteten in den klassischen Teil des Abends. Bach auf der Gitarre geriet zum seltenen Vergnügen. Immer wieder gern gehört und gesehen: die Weseler Urgesteine Franz Jöhren, Klaus Dick und Frank Schut, die mit Folk und Country den Abend bereicherten. Das Ende des offiziellen Programms gestaltete die Lanko Band mit R & B Music. Dann wurde es auch im Kellergewölbe zu später Stunde gemütlich.
Es war die Mischung aus gemütlichem (Grill-)Abend und sehr guter Live-Musik, die zum Erfolg entscheidend beitrug. Der musikalische Leiter Dawid W. Tchorz war begeistert von der "mentalen und emotionalen Spende", welche die insgesamt 33 Musikerinnen und Musiker ablieferten. "Ich wollte keine Zeltatmosphäre", sagte er. Er kündigte für den 28. Juni nächsten Jahres eine italienische Nacht in Diersfordt mit Sänger Francesco Napoli an.
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