Ein Baumfäller auf dem Holzweg

Mit der Motorsäge werden Baumstämme zerkleinert.
Mit der Motorsäge werden Baumstämme zerkleinert.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
Weil ein 27-jähriger Duisburger unter anderem in Hünxe und Hamminkeln im großen Stil Holz stahl, muss er für acht Monate ins Gefängnis. Der Polizei legte er eine Fällerlaubnis der Stadt Voerde vor, die er zuvor selbst gefälscht hatte

Hünxe/Hamminkeln..  Dass Bäume umfallen können, haben diverse Stürme in den letzten Jahren bewiesen. Doch nicht einmal ein Orkan schafft es, einen Baum spurlos verschwinden zu lassen. Da braucht es schon einen Menschen mit einer Motorsäge, wie den 27-jährige Duisburger, der sich gestern in zweiter Instanz wegen schweren Diebstahls vor dem Landgericht verantworten musste. Immer wieder hatte er in Hünxe, Hamminkeln und Voerde Bäume gefällt, um das Holz zu verkaufen.

Offenbar war der Mann aus dem Duisburger Süden mit seinem Gewerbe in finanzielle Schieflage geraten. Zu schief, um noch auf Besitzverhältnisse zu achten. Und so legte er im Herbst 2013 auf einem Gelände der Thyssen-Vermögensverwaltung in Voerde und auf zwei Privatgrundstücken am Bruckweg in Hünxe sowie in Hamminkeln dutzendweise Bäume um und transportierte das Holz ab. Der Schaden betrug mehrere Tausend Euro.

Dreiste Ausreden

Wenn ihn jemand verwundert fragte, was er denn da trieb, erklärte der junge Mann dreist, er sei im Auftrag eines Subunternehmers mit Baumfällarbeiten beauftragt. Als ihn schließlich auch die Polizei überprüfte, legte der 27-Jährige einige Tage später eine angebliche Fällerlaubnis der Stadt Voerde vor – die er zuvor selbst gefälscht hatte.

Damit nicht genug,hatte der Angeklagte im März 2014 auch noch auf besondere Weise die Wünsche eines Kunden für eine neue Gartengestaltung erfüllen wollen: Die dafür nötigen Felsensteine stahl er kurzerhand von einer Baustelle im Nachbarstadtteil. Per Radlader transportierte er die 4500 Euro teuren Steine ab.

Das Amtsgericht Wesel hatte ihn wegen des Holzdiebstahls nebst Urkundenfälschung zu acht Monaten Haft, das Amtsgericht Duisburg wegen des Steineklaus zu fünf Monaten verurteilt. Dagegen zog der 27-Jährige in die Berufung.

Doch vor dem Landgericht verstrickte er sich gestern in seinen Schutzbehauptungen. „Das klingt irgendwie alles nicht so besonders glaubwürdig“, kommentierte der Vorsitzende. Die irritierte Verteidigerin erklärte nach kurzer Unterbrechung, dass man die Berufung auf das Strafmaß beschränken wolle.

Ihrer Forderung nach einer Bewährungschance für den Angeklagten, konnte das Berufungsgericht nicht folgen. Zwar hielt es dem 27-Jährigen zu Gute, dass der durch seine Berufungsbeschränkung quasi ein Geständnis abgelegt habe, aber sonst konnten die Richter nicht viel Positives erkennen. Schließlich war der Mann in der Vergangenheit bereits mehrfach – auch einschlägig – verurteilt worden. Die letzte Strafe hatte er erst drei Monate vor den Holzdiebstählen kassiert, bei den Taten stand noch unter Bewährung. Die Quittung: Acht Monate muss er nun ins Gefängnis.