Ein absoluter Hörgenuss

Wesel..  Wenn der Obrighovener Chor „Gospel People“ sein Jahreskonzert gibt, wird es eng in der Sankt Antonius Kirche. So war es auch am Samstag: Rund 350 Gäste klatschten Beifall, als der Chor zur Begleitmusik seiner Band und stimmungsvollen Bildern auf der Leinwand den Altarraum betrat. Gleich mit dem ersten Titel „You are good“ wurde deutlich, dass es sich für die 45 Sängerinnen und Sänger um ein Heimspiel handelt.

„Man muss ganz schön tüfteln, um die Balance zwischen Band und Chor in der Kirche richtig abzumixen“, bekannte Chorleiter Stephan Marten kurz vor seiner Premiere in der Sankt Antonius Kirche. Was er damit meinte, zeigte sich vor allem zu Beginn des Konzertes. Da musste sich der Chor nicht selten mit voller Kehle gegen den kraftvollen Sound der Band stemmen, was leider zu Lasten der gesanglichen Bandbreite ging. Im Laufe des Abends stellten sich aber beide zunehmend besser aufeinander ein.

„Der Schwerpunkt liegt heute Abend bei Modern Gospels, wir haben aber auch einige ältere Stücke ausgegraben“, kündigte Günter Harmeling an. Ein toller Service: Die Songtexte wurden zum Mitsingen auf die Leinwand hinter dem Chor geworfen. Mitgesungen hat dennoch kaum jemand. Warum auch, wenn man einen Gospelchor dieser Qualität im Ort hat?

Ein erstes Ausrufezeichen setzten die „Gospel People“ mit dem Song „Now“, bei dem es sich um eine relativ neue Komposition handelt, die der Chor vor etwa einem Jahr in sein Repertoire aufgenommen hat. Dass die Obrighovener Gospelfreunde durchaus experimentierfreudig sind, bewiesen sie mit dem Freddy Mercury Klassiker „Somebody to Love“, ausnahmsweise mal kein Gospel. Die Harmonie zwischen Band und Chor, Leidenschaft und Ausdruckskraft machten den Vortrag zu einem absoluten Hörgenuss. Und so sollte es weitergehen, bis zum Schluss folgte Höhepunkt auf Höhepunkt. Spätestens mit dem Titel „Put your hand in the hand“ hielt es niemanden der Anwesenden auf der harten Kirchenbank, alle klatschten und sangen mit. Mit seiner einzigartigen Body Percussion heizte der Chor die Stimmung zusätzlich an. Nach zwei Zugaben bedankte sich das stehende Publikum dafür mit Begeisterungsstürmen.