Ehemalige Bergerfurther Schule im Angebot

Die ehemalige Sonderschule in Bergerfurth wird seit zehn Jahren gewerblich genutzt.
Die ehemalige Sonderschule in Bergerfurth wird seit zehn Jahren gewerblich genutzt.
Foto: WAZ FotoPool
Beim ersten Mal hat’s nicht geklappt, Montag gibt es im Amtsgericht Wesel einen erneuten Versuch, das Gebäude an den Mann oder die Frau zu bringen.

Wesel..  Es ist der erneute Versuch, die ehemalige Sonderschule des Kreises Wesel in Bergerfurth per Zwangsversteigerung an den Mann oder die Frau zu bringen. Nächste Woche läuft der Termin im Amtsgericht (siehe Box). Dann könnte das Grundstück samt Gebäuden den Besitzer wechseln, falls dies nicht wieder scheitert.

Anbauten ohne Genehmigung

Mit 530 000 Euro ist der Verkehrswert für das laut Wertgutachten „ehemalige Schulgebäude mit Anbauten und Sporthalle, das als Gewerbegrundstück genutzt wird“, beziffert worden.

Nach dem Auszug der Schülerinnen und Schüler stand das Gebäude erst lange leer. Seit zehn Jahren ist hier die Bleckmann Keramischer Modell- und Formenbau GmbH ansässig, kurz KMB genannt. Und sie möchte es gern auch bleiben.

Im Wertgutachten wird nicht nur auf den unregelmäßigen Grundstückszuschnitt hingewiesen, sondern auch darauf, dass es für die Erweiterungsbauten und Überdachungen keine Baugenehmigung gibt. Die Unterlagen lägen zwar vor und eine Genehmigung könne auch erteilt werden, heißt es dazu seitens der Stadt. Der Käufer der Immobilie müsse aber einen Abschlag dafür zahlen. Am besten, so lautet der Rat vom bei der Stadt zuständigen Fachbereichsleiter Michael Klessa, erkundige man sich im Rathaus danach. Zum einen wurde die Produktionsstätte erweitert, zum anderen ein Lager angebaut. Außerdem gibt es diverse Überdachungen, unter denen auch Fahrzeuge ihren Platz finden.

Baujahr 1963

Die Bauten stammen allesamt aus dem Jahr 1963 und sind überwiegend massiv errichtet worden. Während die Sporthalle eingeschossig ist, gibt es in der ehemaligen Schule teils auch zwei Etagen. Beide Gebäude haben ein Flachdach. Die Schule, die ursprünglich eine Grundschule war, wurde 1976 in einem zweiten Bauabschnitt verändert, vor etwa fünf Jahren kamen dann die nicht genehmigten Anbauten hinzu.

Renovierungsbedürftig

Dass die Ausstattung nicht mehr zeitgemäß ist, darauf wird immer wieder hingewiesen. Zudem seien Mängel und Schäden festgestellt worden, die über eine normale Alterswertminderung hinausgingen. Das Objekt befinde sich in einem überwiegend renovierungsbedürftigen Zustand. Fazit laut Wertgutachten: „Die Vermarktungsfähigkeit wird als äußerst schwierig eingestuft.“ Das liegt offenbar auch daran, dass in dem gediegenen Wohngebiet nur nicht störende Betriebe für eine Nutzung in Frage kommen.