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Dönekes, Geschichten und Musik

17.01.2016 | 17:15 Uhr
Dönekes, Geschichten und Musik
Okko Herlyn „dozierte“Foto: PR

Wesel.  Okko Herlyn und Jagobar bestritten den „Swingin’ Niederrhein“

Im Jubiläumsjahr – die evangelische Friedenskirche feiert auch 2016 weiter ihr fünfzigjähriges Bestehen – folgten am Freitagabend rund 200 Gäste der Einladung zum „Swingin‘ Niederrhein“. Auf dem Programm stand fein- und hintersinniges, niveauvolles Niederrheinkabarett mit Okko Herlyn sowie ein Gospel- und Jazzmusik Programm mit dem Vokalensemble „Jagobar“.

Angeführt von Joachim von Massow, ergänzt durch Wolf-Dieter Bollig und Hans-Dieter Ostermann brachten die drei Sänger und Musiker Jazz- und Gospelklassiker mit Posaune, Trompete und Mundharmonika zur Aufführung. Mit ihrem eigenen Stil, bei dem man sich eine verständlichere Artikulation gewünscht hätte, sorgten Jagobar für wippende Füße und swingendes Feeling in den voll besetzten Kirchenbänken.

Mit gutem Gespür für Timing, Aussprache und Witz „dozierte“ Niederrheinkenner und Niederrheinversteher Prof. Dr. Okko Herlyn über die amüsanten Besonderheiten der Menschen, die den Niederrhein bewohnen und ihn mit ihrer Art ganz unverwechselbar und sehr liebenswert machen. So ging er den Fragen „Wo beginnt der Niederrhein?“, „Wie schmeckt der Frankfurter Kranz von Tante Trutt?“ und „Kennen Sie die Niederrheingottheit ‘Se?“ nach.

Bei seinen Geschichten und „Dönekes“ vom Niederrhein hatte Herlyn dem Niederrheiner voll und ganz auf die „Schnauze“ geschaut. Da ist zum Beispiel Omma Fine, die noch immer in der Wohnung an der Ecke im ersten Stock wohnen tut. „Weiß ’se, wie et der Omma Fine geht?“, formuliert Herlyn im Niederrheiner-Slang. „So ‘ne Frage darf ‘se in der Feldmark nicht stellen“, rät er weiter. Wenn doch, dann würde man die komplette Geschichte der Dorfentwicklung und die schicksalhafte Verquickung der im Ortsteil lebenden Menschen mit dem persönlichen Lebenslos von Omma Fine erzählt bekommen.

Dieser Humor kam an und brachte Okko Herlyn viel Applaus ein. Und allen Gästen des Abends blieb seine Warnung vor weiteren Fragen, die man auf der Straße oder im Stadtteil besser nicht stellen sollte, in Erinnerung: z.B. „Wie kommt man denn zur Hamminkelner Landstraße?“ Sogleich käme der Niederrheiner ins Erzählen und stelle die typische Rückfrage: „Wo müssen ‘se denn da hin?“

Okko Herlyn komplettierte seinen humorigen und trotzdem tiefgründigen Vortrag mit kleinen Songs – z.B. „Kehr‘ ein, in unsere kleine Welt am Niederrhein“ oder „Niederrhein, du bist mein Traum“- die das zuvor Erzählte noch einmal zusammenfassten und vertieften. Höhe- und Endpunkt des Abends war eine von Herlyn gekonnt geleitete Kirchenchorprobe mit Einsingübungen wie „ma me mi mo mu“ und „Martha möchte morgens manchmal Marmorkuchen machen“. Ein Abend „…mitten drin“, wie Pfarrerin Susanne Kock in ihren Einführungsworten kundtat.

Michael Mrosek

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Dönekes, Geschichten und Musik
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2016-01-17 17:15
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