Dingdener Firma Benevit hat Stoff gegen Krankenhauskeim

Mit der Dingdener Firma Benevit erfolgreich: Dorothée (links) und Xenia van Clewe.
Mit der Dingdener Firma Benevit erfolgreich: Dorothée (links) und Xenia van Clewe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Schwestern Dorothée und Xenia van Clewe leiten ein junges Textilunternehmen, das auf Innovationen im Segment der Care-Produkte setzt.

Hamminkeln. „.  Alle sind interessiert, alle wollen es haben“, sagt Xenia van Clewe. Das verwundert nicht, denn das, was sie und ihre Schwester Dorothée gemeinsam mit ihren Mitarbeitern der Dingdener Firma Benevit anbieten, ist ein hochaktuelles Produkt: Textilien, die gegen den viel diskutierten „Krankenhauskeim“ MRSA resistent sind. Gerade haben die Unternehmerinnen damit auf der internationalen Fachmesse Heimtextil in Frankfurt für Furore gesorgt.

Im Frühjahr 2013 wurde Benevit gegründet. „Alles, was mit Schutz und Hygiene zu tun hat“, so Xenia van Clewe, vertreibt ihre Firma, die zwischen 30 und 40 Mitarbeiter zählt. Auf dieses Marktsegment hat sich Benevit mit sogenannten funktionellen Care-Produkten spezialisiert, beliefert den Großhandel, der seinerseits Krankenhäuser, Pflegeheime oder Hotels ausstattet. Das ist ein zukunftsträchtiges Feld, das auch Allergien und Hautkrankheiten einschließt - etwa mittels spezieller Unterwäsche mit eingelagertem Zinkoxid. Artikel fürs Saunieren oder speziell für Babys kommen hinzu. Den Anforderungen in den Einsatzfeldern entsprechend werden Produkte entwickelt, werden bereits Fasern entsprechend behandelt oder aber fertige Textilstoffe beschichtet.

Leitsatz Innovation

Auf Innovation setzen ist seit Langem ein Leitsatz in der Textiler-Familie van Clewe. Für den mit der demografischen Entwicklung anwachsenden Pflegebereich wurden Bettauflagen mit Nässesperre entwickelt, die dennoch atmungsaktiv sind. Das neue, noch namenlose, aber zertifizierte Verfahren zur Herstellung keimresistenter Produkte lässt sich sowohl auf Bettwäsche als auch auf Kleidung anwenden.

Natürlich ist die MRSA-Problematik damit nicht gelöst. Aber „je mehr Komponenten man hat, die keimfrei bleiben, desto geringer ist das Risiko“, sagt Xenia van Clewe. Das gilt nicht nur für Patienten, sondern dient auch dem Schutz der Pflegenden.

Kunden europaweit

Aufwand und Qualität haben ihren Preis. Insofern müssen die knapp kalkulierenden Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bei der Anschaffung genau rechnen. Die aktuelle Debatte dürfte den Einsatz der neuen, wäscherei-tauglichen Benevit-Produkte befördern.

Die Messe in Frankfurt hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Sie hat zudem der Kundenpflege gedient. In fast der gesamten Euro-Zone sind Erzeugnisse der Dingdener Firma zu finden - schwerpunktmäßig im Benelux-Bereich und in Skandinavien.

Bald Umzug im Ort

Wer Benevit in Dingden sucht, findet die Adresse ein bisschen versteckt an der Römerstraße. Aber nicht mehr lange: Ende März wird ein neues Bürogebäude an der Loikumer Straße bezogen, das einen Show-Room einschließt und sich unmittelbar am Standort der Produktion befindet. Fast alle Produkte werden hier hergestellt und zum Großteil auch konfektioniert. Und: Die Familie rückt dadurch auch beruflich noch näher zusammen. Denn dort befindet sich auch die van Clewe Textilausstattung, mit der Xenia und Dorothée van Clewe eng zusammenarbeiten.