Diersfordter setzen auf Historie

Die beiden Schafställe in Diersfordt. Dazwischen ist die neue Bebauung geplant.
Die beiden Schafställe in Diersfordt. Dazwischen ist die neue Bebauung geplant.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Fünf geplante Einfamilienhäuser habe in Diersfordt dafür gesorgt, dass eine Unterschriftenliste dagegen rumgereicht wurde. Doch die Planung wird so nicht kommen.

Wesel..  Das beschauliche Diersfordt mit seinem Schloss und der schönen Lage mitten im Grünen wächst. So ist es zumindest geplant. Drei Einfamilienhäuser sollen zwischen den beiden historischen Gebäuden an der Straße „Am Schafstall“ entstehen. So weit, so gut. Doch eine im Internet kursierende Planung sorgt für Entsetzen bei so manchem Diersfordter. Deshalb wurde bereits eine Unterschriftenliste gegen die kantigen, hochpreisigen Häuser, für die mit dem Titel „Wohnen am Schloss“ geworben wird, herumgereicht, die in keiner Weise zum Umfeld passen, wie viele finden.

Unter Denkmalschutz

Inzwischen haben Gespräche mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und dem zuständigen Fachbereich ergeben, dass die Pläne für die klotzigen Gebäude längst wieder vom Tisch sind. Ein Bauantrag sei dazu nicht eingereicht und die Planung wäre so nicht genehmigt worden, heißt es. Der zuständige Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Michael Klessa, verweist auf die unter Denkmalschutz stehenden Schafstallgebäude, an denen man sich bei dem Neubauvorhaben orientieren müsse. Allein die angedachten vorgezogenen Garagen hätten den Blick auf die alten Häuser versperrt. Nun werde umgeplant. Bevor allerdings tatsächlich gebaut werden kann, ist eine baurechtliche Genehmigung ebenso nötig wie eine denkmalrechtliche Erlaubnis.

Die Anlieger wollen jetzt erst einmal abwarten und sich gegebenenfalls dann wieder zu Wort melden, wenn die Planung ihrer Ansicht nach nach wie vor nicht okay ist, heißt es seitens der Initiatoren der Unterschriftenaktion.

Auch gleich um die Ecke wird sich demnächst etwas verändern. Hier sollen zwei neue Einfamilienhäuser entstehen. Direkt rechter Hand an der Kastanienallee muss dafür ein altes Haus abgerissen werden, kündigte Klessa schon einmal an. Das hübsche Backsteingebäude mit den markanten grünen Fensterläden wird schon jetzt nicht mehr bewohnt.

Nicht zuletzt machen auch die Arbeiten an der Gaststätte „Am Jäger“ Fortschritte. Aus der Ruine direkt an der Bundesstraße 8 ist in den letzten Jahren ein schmucker Bau geworden. Hier soll es demnächst sogar Übernachtungsmöglichkeiten geben.