Diersfordter Orgel wird größer als zuerst geplant
06.01.2012 | 16:22 Uhr 2012-01-06T16:22:00+0100
Wesel.Von Abschied und Vorfreude zugleich war die Sitzung des Orgelausschusses in der Diersfordter Schlosskirche am Donnerstagabend geprägt.
Abschied von der alten Peter-Orgel von 1957, die nun abgebaut wurde. Und natürlich Vorfreude auf das neue Instrument, das im Juli angeliefert und aufgebaut wird - und sogar noch größer ausfällt als ursprünglich vorgesehen.
Denn es können drei zusätzliche Register bestellt werden, teilte Dieter Perret den Orgelfreunden bei der Sitzung mit. Orgelbauer Rainer Müller hatte schon beim ersten Dispositionsvorschlag diese drei Register erwähnt, die die Vielseitigkeit und musikalische Bandbreite der Orgel erhöhen würden. Aus Kostengründen verzichteten die Diersfordter zunächst darauf.
Nun bot Müller an, ein Register gratis einzubauen, wenn im Gegenzug die Gemeindemitglieder den Orgelbauern Unterkünfte für die Bauzeit zur Verfügung stellen. Das Presbyterium beschloss, die Kosten dafür zu übernehmen. So ist es den Orgelfreunden und der Gemeinde nun möglich, alle drei zusätzlichen Register in Auftrag zu geben.
Über 90 000 Euro gesammelt
1998 wurde der Orgelausschuss ins Leben gerufen, nachdem es schon zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Peter-Orgel Feuchtigkeitsschäden am Instrument gab, die man bis in die 90er Jahre hinein nicht in den Griff bekam. 2003 begannen die Diersfordter mit dem Sammeln von Spenden. Mit einem Bestand von 2400 Euro gingen die Orgelfreunde an den Start, erinnert sich Dieter Perret. Mittlerweile liegt der Kontostand bei über 90 000 Euro. „Ausschließlich aus Spenden, Kollekten, Konzerten, Orgelpfeifen-Patenschaften, Kulturveranstaltungen, Orgelwein-Verkauf und ähnlichen Initiativen“, wie Perret betont. Zwar habe die Spendenbereitschaft 2011 nachgelassen, gut im Plan sind die Orgelfreunde dennoch.
Die Gesamtkosten werden bei knapp 170 000 Euro liegen. Zur Deckung der Finanzierungslücke nimmt die Kirchengemeinde ein Darlehen aus dem Kirchenvermögen auf, das bis spätestens Ende 2025 getilgt sein soll.
Nach dem Einbau der neuen Orgel im Sommer wird das Instrument bis in den Herbst hinein fertiggestellt und intoniert. Der Einweihungsgottesdienst ist dann für Sonntag, 2. Dezember, um 10 Uhr geplant. Für die Übergangszeit ohne Orgel wird der Gemeinde ein elektronisches Instrument zur Verfügung gestellt.
Damit das neue Instrument dann auch richtig zur Geltung kommt, planen die Orgelfreunde für 2013 eine Konzertreihe „Orgelmusik in der Schlosskirche“.
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